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Was ist ein Rohschnitt in der Postproduktion?

Der Rohschnitt ist das Fundament der Erzählstruktur eines Films. Lerne die Grundlagen der Rohschnittbearbeitung in der Postproduktion kennen.

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Der erste Entwurf muss noch nicht perfekt sein.

Der Rohschnitt ist der erste Entwurf eines Films, der sich auf den Erzählfluss konzentriert, bevor Ton, Farbe und Effekte hinzugefügt werden. Erfahre, was ein Rohschnitt ist und wie er in den Prozess der Filmproduktion passt.

Was ist ein Rohschnitt?

Ein Rohschnitt ist die erste bearbeitete Version eines Films, normalerweise ohne Ton, Musik oder Titel.

Stelle dir vor, eine Person hat begonnen, ein Buch zu schreiben und druckt die ersten Seiten aus, die sich zu einem Entwurf stapeln – der Rohschnitt eines Films ähnelt diesem Prinzip. Dieser erste Entwurf eines Films enthält noch nicht alle Feinheiten einer fertigen Produktion. Tatsächlich fehlen dem Rohschnitt diese Feinheiten oft ganz, doch er vermittelt Filmschaffenden bereits einen ersten Eindruck davon, wie die Geschichte später auf der Leinwand wirken wird.

In den frühen Tagen der Filmproduktion mussten Filmschaffende das Filmmaterial mit einer Schere zerschneiden und dann wieder zusammenkleben, um neue Sequenzen zu erstellen. Die zerschnittenen und wieder zusammengesetzten Filmstreifen (eine erste grobe Fassung) nannte man den Rohschnitt. (Und das, was übrig blieb, landete buchstäblich als Schnipsel auf dem Boden des Schnittstudios.)

Heute werden natürlich viele Projekte digital aufgenommen und bearbeitet, aber der Begriff „Rohschnitt“ wird immer noch verwendet, um die erste bearbeitete Version eines Films zu beschreiben.

Obwohl nach dem Dreh viele verschiedene Schnitttechniken zur Verfügung stehen, lässt sich das Material erst dann sinnvoll zusammenfügen, wenn ein Rohschnitt einen vollständigen Überblick über das vorhandene Filmmaterial bietet.

Was enthält ein Rohschnitt?

Sehen wir uns an, was dich erwartet, wenn du den Rohschnitt eines Films betrachtest.

  • Schlüsselszenen. Der Rohschnitt enthält alle wichtigen Szenen des Films in ungefährer Reihenfolge. Es gibt jedoch keine fließenden Übergänge zwischen den Hauptszenen, und das Filmmaterial kann sogar größere Fehler oder Mängel enthalten.
  • Keine Musik. Normalerweise sind Ton und Musik in diesem Stadium nicht enthalten, obwohl manchmal grundlegende Sound-Effekte oder eine vorübergehende Filmmusik hinzugefügt werden.
  • Minimale Effekte. Visuelle und Spezialeffekte sind meist unvollständig oder fehlen komplett – genau wie andere Komponenten, die erst in der Postproduktion hinzugefügt werden, etwa Titel, Grafiken oder Animationen.

Auch wenn diese grundlegenden Elemente noch unfertig und unausgereift sind, reichen sie aus, um die Story zu erzählen und dem Film seine Grundstruktur zu verleihen.

Wo ist der Rohschnitt in der Postproduktion einzuordnen?

Die Workflows für Filmproduktion variieren, aber die Filmindustrie ordnet den Rohschnitt meist als zweiten Schritt der Postproduktion ein.

Nach Abschluss der Hauptdreharbeiten wird der Assembly Cut erstellt. In dieser Version wird sämtliches gedrehtes Filmmaterial zu einem vollständigen Film zusammengefügt – mit nur minimalen Kürzungen oder Bearbeitungen. (Mit modernen digitalen Schnittprogrammen entsteht dieser Schnitt teilweise sogar schon während der Dreharbeiten, noch bevor die Postproduktion beginnt.)

Da der Assembly Cut sämtliche Aufnahmen aller verwendeten Kameras enthält, ist er normalerweise um ein Vielfaches länger als die finale Fassung eines Films. Zum Beispiel hatte die Kinofassung von Justice League 2017 eine Laufzeit von zwei Stunden, während der Assembly Cut etwa fünf Stunden dauerte. Der erste Schnitt von Blade Runner 2049 soll so lang gewesen sein, dass Regisseur Denis Villeneuve sich fragte, ob er tatsächlich zwei Filme vor sich hatte.

Beim Filmschnitt wird der Assembly Cut verfeinert, sodass ein Rohschnitt entsteht. Dabei wird überflüssiges Filmmaterial getrimmt und die wichtigsten Szenen werden in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Der Rohschnitt ist immer noch erheblich länger als der fertige Film. Es ist wichtig, nicht zu viel wegzunehmen – Editorinnen und Editoren bewahren einige Aufnahmen in diesem Schritt auf, um später in der Postproduktion genügend Auswahl zu haben.

Wenn das Film-Team den Rohschnitt abgeschlossen und alle notwendigen Rückmeldungen erhalten hat, kann die kollaborative Videobearbeitung beginnen. Dazu gehören Tonbearbeitung, Farbkorrektur, Übergänge sowie visuelle und Spezialeffekte. Die Szenen werden jeweils optimiert, und die einzelnen Frames werden in immer präziseren Feinschnitten weiter bearbeitet. Wenn der Final Cut mit Soundtrack und Score fertig ist, kann der letzte Feinschliff erfolgen, etwa durch Hinzufügen von Titel und Abspann.

Ein Rohschnitt schafft es zwar nicht auf die große Leinwand, ist aber ein unverzichtbarer Teil der Postproduktion.

Warum ein Rohschnitt bei der Filmproduktion notwendig ist.

Einen Rohschnitt anzuschauen kann mühsam sein, aber Filmschaffende kommen nicht darum herum. (Tatsächlich sagte Martin Scorsese: „Wenn dir bei deinem ersten Rohschnitt nicht schlecht wird, stimmt etwas nicht.“)

Erste Rückmeldung.

Der Rohschnitt gibt Filmschaffenden die erste echte Rückmeldung darüber, ob das Ganze funktioniert. Wird die erzählte Story auf der Leinwand tatsächlich wirken? (Manchmal ist das nicht der Fall.) Der Rohschnitt vermittelt außerdem ein Gefühl für die allgemeine Form und den Fluss der Produktion, ihre Atmosphäre und wie gut die Schauspielenden performt haben.

Darüber hinaus liefert der Rohschnitt wichtige Erkenntnisse zu spezifischen Aspekten wie:

  • Geschwindigkeit und Reihenfolge einzelner Szenen – wie lang die Szenen sind und wie gut sie zusammenwirken
  • Offensichtliche Lücken in der Handlung, die gefüllt werden müssen
  • Ob zusätzliche Aufnahmen (sogenannte Pickups) benötigt werden, um diese Lücken zu schließen oder völlig neue Szenen zu erstellen

Diese Rückmeldung, kombiniert mit zusätzlichem Input vom Film-Team nach dem ersten Eindruck, zeigt Filmschaffenden auf, welche Änderungen oder neuen Richtungen vor dem Übergang in die weiterführende Postproduktion nötig sind.

Weitere Änderungen.

Das Management (die Produzierenden) nutzt Rohschnitte möglicherweise auch für Testvorführungen mit Fokusgruppen oder für Marktforschung. Diese Testvorführungen können zu weiteren Änderungen im Filmproduktionsprozess führen, die nicht immer im Sinne der Filmschaffenden sind.

Deshalb gibt es manchmal nach dem finalen Schnitt noch eine weitere Version – die Fassung, die später etwa in der DVD-Box oder bei einer Kinowiederaufführung erscheint: den ursprünglichen Director’s Cut.

Rohschnitt erstellen in Adobe {{premiere}}.

Jetzt, wo du weißt, was ein Rohschnitt ist, erfährst du, wie du dein eigenes Video in Adobe {{premiere}} erstellst.


1. Importiere dein Filmmaterial.


2. Ordne die Szenen durch Klicken und Ziehen in einer sinnvollen Sequenz an.


3. Füge Schnitte und Videoübergänge zu deinem Film hinzu. Verwende bei Bedarf das Werkzeug zum Verschieben von Clip-Inhalten, um die In- und Out-Points von Clips anzupassen, ohne ihre Gesamtdauer im Schnittfenster zu ändern.


4. Um temporäre Audiospuren zu integrieren, importiere das gewünschte Audio in dein Projekt und ziehe es per Drag-and-Drop auf separate Audiospuren in deinem Schnittfenster, sodass es mit dem entsprechenden Video-Clip synchron läuft.


5. Führe eine erste Prüfung deiner Bearbeitung durch, um sicherzustellen, dass das Filmmaterial die Geschichte wie gewünscht erzählt, und entferne alle Aufnahmen, die von der Story ablenken.

Der Unterschied zwischen Rohschnitt und finalem Schnitt.

Ein Rohschnitt ist eine erste Zusammenstellung von Filmmaterial, die sich hauptsächlich auf die Strukturierung der Erzählung konzentriert, ohne detaillierte Bearbeitungen. Ein finaler Schnitt ist die polierte Version des Films, komplett mit verfeinerten Übergängen, Farbkorrektur und vollständig abgemischtem Audio, die das Projekt in seiner finalen Form für das Publikum präsentiert.

Wenn du lernst, einen Film zu erstellen, arbeite mit einem Rohschnitt, um zu prüfen, ob deine Handlung gut nachvollziehbar ist, ob Übergänge und Effekte angemessen gestaltet sind und ob die Qualität des Filmmaterials im gesamten Film konsistent aussieht. Sobald du später grünes Licht hast, kannst du der Welt deinen Final Cut präsentieren (der zuvor mehrfach überprüft wurde, um Qualität und Konsistenz im gesamten Film zu gewährleisten).

Typische Fehler beim Rohschnitt, die vermieden werden sollten.

Der Rohschnitt kommt zwar nicht ins Kino, sollte aber dennoch ansprechend genug sein, damit erste Zuschauerinnen und Zuschauer der Handlung folgen können. Hier sind einige Fehler beim Rohschnitt, die du vermeiden solltest.

  • Zu viele Schnitte. Abrupte Übergänge von Szene zu Szene können für das Publikum verwirrend und störend sein. Achte auf sorgfältig gestaltete Szenenübergänge.
  • Schlechtes Pacing. Zu viele lange oder zu kurze Szenen können dazu führen, dass dein Publikum das Interesse verliert. Achte auf überflüssige oder ablenkende Einstellungen und entferne sie.
  • Mangelnde Kontinuität. Achte auf Unstimmigkeiten am Set sowie bei Kostümen oder Handlungen der Figuren zwischen verschiedenen Aufnahmen. Diese nicht zu korrigieren kann den Eindruck erwecken, dass der Film von minderer Qualität ist. Finde daher alle auffälligen Unterschiede zwischen Szenen.

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Häufig gestellte Fragen über Rohschnitte in der Filmproduktion.

Was ist ein Rohschnitt in der Videobearbeitung?

Ein Rohschnitt ist die erste bearbeitete Version eines Films, normalerweise ohne Ton, Musik oder Titel.

Was ist der Unterschied zwischen dem ersten Schnitt und dem Rohschnitt?

Ein Rohschnitt und ein erster Schnitt bezeichnen dasselbe – die erste bearbeitete Version des Films.

Was ist der Unterschied zwischen einem Rohschnitt und einem Final Cut?

Ein Rohschnitt ist eine erste Zusammenstellung von Filmmaterial, die sich hauptsächlich auf die Strukturierung der Handlung konzentriert, ohne detaillierte Bearbeitungen. Ein Final Cut ist die ausgereifte Version des Films, komplett mit verfeinerten Übergängen, Farbkorrektur und vollständig gemischtem Audio, das das Projekt in seiner finalen Form für die Zielgruppe präsentiert.

Was ist der Unterschied zwischen einem Rohschnitt und einem Fine Cut?

Ein Rohschnitt ist die erste Zusammenstellung von Filmmaterial, die sich hauptsächlich auf die Strukturierung der Erzählung konzentriert – ohne detaillierte Bearbeitungen. Ein Feinschnitt ist die nahezu fertige Version des Films mit Voiceover, Musik, Farbkorrektur und anderen Bearbeitungen. Diese wird mit einigen Personen geteilt, die noch kein Filmmaterial gesehen haben, um eine frische Perspektive zu erhalten. Der Feinschnitt ähnelt sehr viel stärker dem finalen Schnitt – der endgültigen Version für das breite Publikum.

Hat {{premiere}} alle Tools, um einen Rohschnitt zu erstellen?

Ja, Adobe {{premiere}} hat die Tools, um einen Rohschnitt zu erstellen – einschließlich Werkzeugen zum Schneiden von Szenen und Audio sowie weiteren Funktionen für die Zusammenstellung des Schnitts.

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