Grafikdesign im Wandel: Wie KI Design & Kaufentscheidungen beeinflusst.

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Eine starke visuelle Identität ist heute ein entscheidender Erfolgsfaktor für Marken, Start-ups und kleine Unternehmen. Gutes Design schafft Vertrauen, sorgt für Wiedererkennung und beeinflusst maßgeblich, ob Konsument:innen kaufen oder abspringen. Doch mit steigenden Erwartungen an Qualität wächst auch der Druck auf freiberufliche Designer:innen. Gleichzeitig gewinnt Künstliche Intelligenz (KI) im Designprozess immer mehr an Bedeutung.

Der Design-Index von Adobe Express untersucht, wie sich diese Dynamik auf Freelancer:innen und Verbraucher:innen in Deutschland auswirkt – und welche Design-Elemente 2026 besonders überzeugen.

Wem vertrauen Verbraucher:innen im Jahr 2026?

Zunächst wollten wir wissen, wie wichtig visuelle Elemente für das Vertrauen in eine Marke oder die Kaufentscheidung sind. Fast jede zweite befragte Person (48 %) gab an, dass starkes Design dabei eine entscheidende Rolle spielt. Weitere 17 % stuften es als wichtig ein.

Auf die Frage, ob sie schon einmal bewusst nicht bei einem kleinen Unternehmen gekauft haben, weil das Branding unprofessionell wirkte, antworteten 38 % mit Ja. Das zeigt deutlich: Visuelle Qualität ist längst ein zentrales Vertrauenssignal. Logos, Social-Media-Grafiken oder Produktverpackungen sind heute wichtiger denn je.

Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei jüngeren Zielgruppen. Ein Viertel der 18- bis 24-Jährigen sagt, dass gutes Design ausschlaggebend für Vertrauen und Kauf ist – im Vergleich zu nur 11 % bei den 55- bis 64-Jährigen. Auffällig ist außerdem: 55 % der 25- bis 34-Jährigen haben schon einmal aufgehört, bei einem kleinen Unternehmen zu kaufen, nachdem sie unprofessionelles Branding gesehen haben.

Welche visuellen Elemente ziehen die Aufmerksamkeit auf sich?

Wenn es darum geht, was Verbraucher:innen ins Auge fällt, stehen Klarheit und Professionalität ganz oben. 41 % schätzen gut lesbare, klare Schriftarten, während für 31 % minimalistische Designs besonders wirkungsvoll sind. Auch professionelle Fotografie spielt eine große Rolle: 32 % sehen sie als entscheidenden Faktor für hochwertiges Design.

Darüber hinaus zählen auch individuelle Logos (31 %) und kreative Verpackungen (28 %) zu den wichtigsten Elementen. Für 20 % ist zudem eine konsistente visuelle Identität über alle Kanäle hinweg entscheidend.

Die Vorlieben unterscheiden sich jedoch deutlich nach Alter. Während 53 % der 55- bis 64-Jährigen minimalistisches Branding mit klaren Schriften bevorzugen, sind es bei den 25- bis 34-Jährigen nur 25 %. Kreative Verpackungen hingegen kommen besonders in dieser jüngeren Altersgruppe gut an.

Auch regional zeigen sich Unterschiede: In Bayern legen 44 % Wert auf gut lesbare Schriften, 32 % auf einen klaren, minimalistischen Stil. In Berlin spielen einfache Fonts für 38 % eine wichtige Rolle, während 20 % professionelle Fotografie hervorheben. In Rheinland-Pfalz ist kreative Verpackung mit 31 % besonders beliebt – verglichen mit rund 26 % in Nordrhein-Westfalen. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, visuelle Strategien auf unterschiedliche Zielgruppen zuzuschneiden.

Was sind die größten Herausforderungen für Kreative heute?

Doch wie sieht es auf der anderen Seite aus – bei den Menschen, die diese Designs gestalten? Unsere Umfrage zeigt: Fast die Hälfte der Freelancer:innen (49 %) hat Schwierigkeiten, kontinuierlich neue Ideen zu entwickeln. Zeitmangel betrifft 36 %, während 35 % die Kosten für Design-Tools als große Hürde nennen. 30 % kämpfen außerdem mit der konsistenten Umsetzung von Branding.

Jüngere Generationen tun sich dabei leichter mit der Ideenfindung: Nur 32 % der Jüngeren empfinden das als Herausforderung, gegenüber 54 % bei den 55- bis 64-Jährigen. Die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen hat besonders häufig Schwierigkeiten, ein einheitliches Branding über alle Kanäle hinweg beizubehalten.

Trotz dieser Herausforderungen entstehen in Deutschland täglich zahlreiche hochwertige Inhalte. Am häufigsten gestalten Freelancer:innen Social-Media-Posts (62 %), gefolgt von Werbeanzeigen (40 %) und Logos (30 %). Dieses Muster zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg: Social-Media-Grafiken sind überall das meistdesignte Asset (67 % bei den 55- bis 64-Jährigen, 60 % bei den 24- bis 34-Jährigen).

KI als Unterstützung – nicht als Ersatz für Kreativität.

Ein weiterer Fokus lag auf den unterschiedlichen Einstellungen zu KI bei Verbraucher:innen und Freelancer:innen. 37 % der Verbraucher:innen geben an, kein Problem damit zu haben, wenn kleine Unternehmen KI für ihr Branding nutzen – solange das Ergebnis überzeugt. Weitere 17 % sehen KI-Designs sogar als innovativ und zukunftsorientiert. Gleichzeitig haben 22 % das Gefühl, dass durch KI die Authentizität einer Marke verloren gehen kann.

Mit Blick in die Zukunft glauben 32 % der Konsument:innen, dass KI künftig einen Großteil der routinemäßigen Designaufgaben übernehmen wird. 29 % sind hingegen überzeugt, dass menschliche Designer:innen nie vollständig ersetzt werden. Weitere 10 % betonen, dass menschliche Kreativität immer unverzichtbar bleiben wird.

Unter Freelancer:innen ist KI bereits fester Bestandteil des Arbeitsalltags. 42 % nutzen KI regelmäßig, um Designprozesse zu beschleunigen. 19 % setzen KI vor allem für Ideenfindung und Inspiration ein, nicht für finale Ergebnisse. Ein Viertel hat KI zwar ausprobiert, arbeitet aber weiterhin lieber manuell. 9 % haben KI bisher noch gar nicht genutzt.

Top-Tipps für ein stärkeres Branding.

Der Design-Index zeigt deutlich, wie groß der Einfluss von gutem Design ist – sowohl auf Aufmerksamkeit als auch auf Vertrauen und Kaufentscheidungen. Wenn du als Freelancer:in Schwierigkeiten hast, dich abzuheben, helfen dir diese Tipps:

1. Klarheit priorisieren
Da 31 % der Verbraucher:innen einfache Designs bevorzugen, sind klare Layouts, gut lesbare Schriften und eine reduzierte Bildsprache oft der beste Ansatz. Tools wie unser Post-Ersteller helfen dir dabei, professionelle Grafiken zu gestalten, die deine Botschaft klar vermitteln.

2. Kreativität mit KI unterstützen
37 % der Verbraucher:innen stehen KI-Inhalten offen gegenüber. Nutze verschiedene KI-Tools, um deinen Designprozess zu unterstützen – oder setze KI gezielt für kreative Impulse ein, wenn du lieber selbst gestaltest.

3. Templates nutzen und Zeit sparen
Viele Freelancer:innen kämpfen mit Zeit- und Kostendruck. Vorgefertigte Vorlagen, etwa für Social-Media-Posts, ermöglichen eine schnelle Umsetzung und lassen trotzdem Raum für Individualisierung.

4. Konsistentes Branding beibehalten
20 % der Freelancer:innen haben Schwierigkeiten, ihr Branding über verschiedene Plattformen hinweg einheitlich zu halten. Von Social-Media-Bannern bis zu Profilbildern bieten wir zahlreiche Ressourcen, mit denen dein Auftritt überall professionell wirkt.

Damit sind wir am Ende unserer Einblicke in die deutsche Freelance-Landschaft und die Rolle von Design bei Kaufentscheidungen angekommen. Wenn du mehr Analysen und Tipps rund um Design, Marketing und Branding suchst, wirf einen Blick in den Adobe-Express-Blog – dort findest du regelmäßig neue Inspiration.

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Methodik:

Für diese Studie wurden 2.000 Verbraucher:innen in Deutschland ab 18 Jahren sowie 500 Freelancer:innen befragt. Ziel war es, zu verstehen, wie Business-Assets gestaltet werden und welche Bedeutung gutes Design für Kaufentscheidungen hat.

Die Fragen an Freelancer:innen konzentrierten sich auf die gefragtesten Design-Formate, den zeitlichen Aufwand für gebrandete Inhalte und den Einfluss von KI auf ihre Arbeit. Die Verbraucher:innen wurden unter anderem zur Bedeutung von Design für Markenvertrauen sowie zur Nutzung von KI in kreativen Prozessen befragt.

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