ACROBAT | 10 MINUTEN LESEZEIT
Was bedeutet RFP? Definition und Anleitung zum Verfassen einer Ausschreibung.
Erfahre, wie du passende Anbieter für dein nächstes Projekt findest und für dich gewinnst.
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Erfahre, wie du passende Anbieter für dein nächstes Projekt findest und für dich gewinnst.
Fast alle Behörden, gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen sind darauf angewiesen, externe Anbieter für die Umsetzung eines Projekts oder die Erbringung einer Dienstleistung zu gewinnen. Ein Request for Proposal (RFP) – im Deutschen eine Ausschreibung oder Angebotsaufforderung – ist ein zentrales Beschaffungsdokument, das ein Projekt oder einen Kaufbedarf ankündigt und beschreibt.
Im Unterschied zu einer Angebotsvorlage, mit der du Spendende oder Kundinnen und Kunden gewinnen möchtest, lädt eine Ausschreibung Anbieter dazu ein, gezielt auf einen konkreten Bedarf deiner Organisation einzugehen.
Auch wenn der RFP-Prozess nicht zu den spannendsten Aufgaben gehört: Das Verfassen einer wirkungsvollen Ausschreibung ist entscheidend für den Erfolg deiner Organisation. Wir zeigen dir die Hintergründe zu RFPs und geben dir Tipps, wie du deine eigene Angebotsaufforderung erstellst.
Eine Ausschreibung beschreibt den Leistungsumfang eines Projekts oder Informationen darüber, was eingekauft werden soll. Ausschreibungen können für jedes qualifizierte Unternehmen offen sein oder nur auf Einladung an eine ausgewählte Gruppe von Firmen verschickt werden.
Eine Ausschreibung braucht klare, spezifische Angaben, damit der Bedarf so präzise wie möglich beschrieben wird. Einkaufende und Auftragnehmer schätzen das Ausschreibungsverfahren, weil es Unsicherheiten im Beschaffungsprozess beseitigt. Eine gut formulierte Ausschreibung vereinfacht die Anbietersuche: Sie legt für alle Beteiligten offen, was geliefert werden soll, welches Budget zur Verfügung steht und welche Fristen gelten. So sparst du wertvolle Zeit, Geld und Ressourcen, weil sich nur Dienstleister bewerben, die wirklich zu deinen Anforderungen passen.
Der Ausschreibungsprozess umfasst sechs wesentliche Schritte:
Eine Ausschreibung (RFP) sollte nicht mit einer Informationsanfrage (Request for Information, RFI) verwechselt werden. Mit einer Informationsanfrage verschaffst du dir erst einmal einen Überblick darüber, welche Lösungen der Markt überhaupt bietet. Eine Ausschreibung (RFP) geht einen Schritt weiter: Sie hilft Unternehmen, die Auswahl einzugrenzen und gezielt den Anbieter zu finden, der die Projektziele am besten erfüllen kann. Am Ende des RFP-Prozesses steht eine fundierte Entscheidung auf Basis qualifizierter Angebote
Eine Ausschreibung (RFP) unterscheidet sich auch von einer Angebotsanforderung (RFQ), die dazu dient, Preisangebote für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung einzuholen. Unternehmen nutzen eine Angebotsanforderung, wenn sie genau wissen, was sie von einem Anbieter erwarten – oder wenn sie zwei oder mehr Anbieter direkt miteinander vergleichen möchten.
Nicht jedes Projekt erfordert eine Ausschreibung. Wenn du jedoch ein komplexes Projekt planst, das spezifische Fachkenntnisse verlangt, kannst du mit einer Ausschreibung gezielt Anbieter ansprechen und sie anhand klar definierter Kriterien objektiv vergleichen.
Stell dir vor, dein Unternehmen möchte ein Marketingvideo zur Einführung eines neuen Produkts erstellen. Fehlt im eigenen Haus das nötige Kreativteam, greifst du womöglich üblicherweise auf bestehende Kontakte zu Freelancerinnen und Freelancern zurück. Wenn das Videoprojekt jedoch besonders komplex ist oder die eigenen Kapazitäten übersteigt, lohnt es sich, eine Ausschreibung an Multimediaunternehmen zu richten, die sich auf Videoproduktion spezialisiert haben.
Eine gut ausgearbeitete Ausschreibung fördert zudem den Wettbewerb unter den Anbietern und ermöglicht einen klaren Vergleich von Erfahrung, Preisgestaltung und Lieferzeiten.
Wie man ein Angebot schreibt, um einen neuen Kunden zu gewinnen, weißt du vermutlich schon. Doch was tust du, wenn du selbst diejenige Person bist, die ein Unternehmen oder einen Dienstleister für ein Projekt beauftragen muss?
Beim Verfassen einer Ausschreibung musst du alle relevanten Informationen zu den spezifischen Anforderungen deines Projekts einbeziehen. Eine Ausschreibung sollte alles enthalten, was potenzielle Lieferantinnen, Lieferanten oder Subunternehmen wissen müssen – sie dient als strukturierter Überblick, der es ihnen ermöglicht, den Projektumfang genau einzuschätzen und ein präzises Angebot abzugeben.
Für das Verfassen einer Ausschreibung gibt es kein starres Schema, aber folgende Kernelemente solltest du für dein Projekt berücksichtigen:
Du musst ein Team zusammenstellen, das die eingehenden Angebote prüft. Damit der Evaluierungsprozess reibungslos läuft, sollten die Aufgaben der einzelnen Personen festgelegt und schriftlich festgehalten werden. Zu den wichtigen Stakeholdern gehören unter anderem:
Bevor du eine Ausschreibung erstellst, solltest du gemeinsam mit deinen Beteiligten festlegen, wie die Angebote von Anbieterinnen und Anbietern bewertet werden. Besprecht und plant dabei folgende Elemente:
Eine typische Ausschreibungsphase dauert etwa zwei Wochen. Plane den Zeitrahmen für die Angebotsprüfung so, dass dein Team alle Vorschläge gründlich sichten kann – ohne dabei den geplanten Projektstart zu gefährden.
Bei der Prüfung der Angebote spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Vielleicht suchst du eine Anbieterin oder einen Anbieter mit einer bestimmten Zertifizierung, oder du bevorzugst jene mit nachgewiesener Erfahrung in vergleichbaren Projekten. Ein zentrales Kriterium ist zudem, ob das Angebot im vorgegebenen Rahmen und Budget bleibt. Dokumentiere alle Kriterien, anhand derer bewertet wird, ob eine Anbieterin oder ein Anbieter die Projektanforderungen erfüllt.
Entscheide dich für ein Format, das deiner Ausschreibung am besten gerecht wird. Viele Ausschreibungen entstehen mit Tabellenkalkulationsprogrammen oder Textverarbeitungssoftware und werden digital verteilt – es gibt aber auch webbasierte Alternativen. Für einen effizienteren und strukturierteren Prozess empfiehlt sich die Nutzung von Ausschreibungs-Software, die Zeit spart und die Zusammenarbeit verbessert.
Mit einer Ausschreibungsvorlage vermittelst du dein Projektziel klar und präzise – sie hilft dir, all deine Anforderungen in eine strukturierte Anfrage an Dienstleister zu übersetzen. Darüber hinaus reduziert eine Vorlage den organisatorischen Aufwand bei der Dokumentenerstellung, sodass mehr Kapazität für die Evaluation geeigneter Anbieterunternehmen verbleibt.
Auch wenn Ausschreibungen unterschiedlich gestaltet sein können, enthalten sie alle die oben beschriebenen Kernelemente – damit dein Angebot von Anfang bis Ende vollständig ist. Eine Vorlage sorgt außerdem für Einheitlichkeit im Bewertungsprozess und erleichtert den direkten Vergleich der eingegangenen Angebote.
Sobald du alle Anforderungen für dein Projekt und deine Prozesse geplant und priorisiert hast, kannst du den Inhalt für deine Ausschreibung in 7 einfachen Schritten zusammenstellen.
Der erste Teil deiner Ausschreibung ist deine Chance, dein Unternehmen vorzustellen. Eine Ausschreibung ähnelt dabei einer Bewerbung – du möchtest dein Unternehmen von seiner besten Seite zeigen. Schildere die Branche, die Unternehmensgeschichte und die Mission deines Unternehmens, und stelle das Führungsteam vor. Vergiss nicht, die Kontaktdaten anzugeben, damit Anbieterinnen und Anbieter bei Bedarf Fragen stellen können.
Stelle außerdem den Zweck deines Projekts vor – einschließlich der Ziele und angestrebten Ergebnisse. Falls dein Unternehmen bereits ähnliche Projekte bei anderen Anbieterinnen oder Anbietern in Auftrag gegeben hat, kannst du diese früheren Projekte als Referenz für die erwarteten Ergebnisse anführen.
Erläutere den Hintergrund deines Projekts klar und verständlich. Deine Ausschreibung sollte Anbieterinnen und Anbieter genau darüber informieren, warum dieses Projekt oder diese Dienstleistung benötigt wird, welche Prioritäten du setzt und welche Anforderungen du an potenzielle Partnerinnen und Partner stellst. Lege außerdem den geplanten Zeitrahmen für das Projekt fest – einschließlich des angestrebten Fertigstellungstermins oder eines festen Abgabedatums.
Lege die Einreichungsfrist für Angebote klar fest – und gib an, wie Angebote eingereicht werden sollen und welches Format dabei zu verwenden ist.
Wenn du eine genaue Uhrzeit als Deadline festlegen möchtest, gib diese ebenfalls an. Angebote, die nach diesem Zeitpunkt eingehen, kannst du getrost ausschließen – denn du solltest mit Anbieterinnen und Anbietern zusammenarbeiten, die Fristen zuverlässig einhalten oder sogar früher liefern.
Lege den Zeitplan für den Ausschreibungsprozess fest. Gib an, wie lange nach Ablauf der Angebotsfrist du die eingegangenen Angebote prüfen wirst, wann die Entscheidung fällt und wie du die ausgewählte Anbieterin oder den ausgewählten Anbieter bekanntgibst.
Stecke das Budget für das Projekt ab. Du kannst von Anbieterinnen und Anbietern verlangen, dass sie ihre Preise für jeden einzelnen Bestandteil des Projektumfangs detailliert aufschlüsseln.
Falls ein Budgetpunkt für dich noch unklar ist, erwähne das einfach in der Ausschreibung. Bitte externe Dienstleistungsunternehmen darum, dir auf Basis der Projektanforderungen eigene Kostenschätzungen zu unterbreiten.
In diesem Abschnitt steckst du alle konkreten Elemente des Leistungsumfangs ab und definierst die erwarteten Ergebnisse der Anbietenden. Bekräftige hier noch einmal die Projektziele sowie alle anstehenden Aufgaben.
Zusätzlich kannst du Meilensteine und Fristen festlegen, die im wöchentlichen oder monatlichen Rhythmus erwartet werden – je nach Gesamtdauer des Projekts. Falls du regelmäßige Updates einplanen möchtest, solltest du diese Erwartungen ebenfalls klar in den Projektanforderungen verankern. Manche Ausschreibungen enthalten zudem eine Konventionalstrafe, die von der ausführenden Firma zu zahlen ist, wenn das Projekt nicht bis zum Fertigstellungstermin abgeschlossen wird.
Natürlich lassen sich nicht alle Probleme, die in einem Projekt auftreten können, vorhersehen. Falls du jedoch bereits potenzielle Hindernisse kennst, teile diese den Anbieterinnen und Anbietern mit – so können sie in ihrem Angebot gezielt darauf eingehen.
Du kannst auch weitere Fragen einbauen, die du an potenzielle Partnerunternehmen hast. Bezogen auf das Gesamtprojekt könntest du beispielsweise fragen, welche Aspekte aus Sicht der Anbietenden noch nicht abgedeckt wurden und wie sie darauf reagieren würden. Mit einer Ausschreibung fragst du ganz gezielte Fachkompetenz ab – und Unternehmen mit entsprechender Praxiserfahrung haben oft wertvolle Impulse für dein Projekt.
Interessierte Firmen investieren nur ungern Zeit in ein Angebot, wenn die Bewertungsmaßstäbe unklar sind. Wenn du die Kriterien transparent kommunizierst, können die Anbietenden selbst prüfen, ob das Projekt zu ihnen passt und wie realistisch eine spätere Beauftragung ist.
Adobe Acrobat unterstützt dich bei jedem Schritt des Ausschreibungsprozesses – darunter:
Die einzelnen Schritte bei der Erstellung einer Ausschreibung können je nach Unternehmen und Projekt variieren. Zu den wichtigsten zu berücksichtigenden Punkten gehören jedoch die folgenden:
Obwohl Ausschreibungen je nach Unternehmen oder Projekt unterschiedlich formuliert sein können, enthalten alle Ausschreibungen häufig die folgenden Schlüsselelemente:
Obwohl keine Ausschreibung der anderen gleicht, zählen die folgenden Schritte häufig zu den wichtigsten bei deren Erstellung:
Eine Möglichkeit zur Bewertung von Angeboten auf eine Ausschreibung besteht darin, die Einhaltung der Anforderungen zu prüfen und die Angebote anhand vordefinierter Kriterien zu bewerten. Beispielsweise wird geprüft, ob die Anbieter die Projektanforderungen erfüllen, einschließlich ihrer Planung zur Einhaltung von Umfang und Budget, ihrer Erfahrung, ihrer Zertifizierungen und relevanten Qualifikationen.
Es empfiehlt sich, die eingereichten Angebote objektiv zu vergleichen und, falls mehrere Anbieter infrage kommen, Rückfragen zu stellen und Referenzen anzufordern. Gegebenenfalls kannst du auch Produktdemos vereinbaren.
Bei der Auswahl des richtigen Anbieters für dein Projekt kannst du dich an den bei der Erstellung der Ausschreibung festgelegten Bewertungskriterien orientieren. Der ausgewählte Anbieter sollte die meisten oder alle Bewertungskriterien erfüllen – beispielsweise, wie effektiv sein Angebot bei der Lösung deines Problems ist. Haben sie bereits Erfahrungen mit ähnlichen Projekten gesammelt?
Erfüllen mehrere Anbieter die Anforderungen, kannst du diese kontaktieren, um weitere Fragen zu stellen, Referenzen von früheren Kunden einzuholen oder eine Präsentation eines abgeschlossenen Projekts anzufordern. Bei Software-Angeboten kannst du auch um eine Produktdemo bitten.
Häufige Fehler, die beim Verfassen einer Angebotsanfrage vermieden werden sollten, sind unter anderem zu ungenaue Angaben zu Folgendem:
Fehlende klare Informationen können Anbieter verunsichern und es dir erschweren, geeignete Angebote zu erhalten und objektiv zu vergleichen.