Eine Ausschreibung erfordert präzise Details, die dein Projekt optimal präsentieren. Wenn du die notwendigen Abschnitte kennst, sparst du Zeit und stellst sicher, dass du relevante Angebote von Dienstleistern erhältst.

Fast alle Behörden, gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen sind darauf angewiesen, externe Anbieter für die Umsetzung eines Projekts oder die Erbringung einer Dienstleistung zu gewinnen. Ein Request for Proposal (RFP) – im Deutschen eine Ausschreibung oder Angebotsaufforderung – ist ein zentrales Beschaffungsdokument, das ein Projekt oder einen Kaufbedarf ankündigt und beschreibt.

Im Unterschied zu einer Angebotsvorlage, mit der du Spendende oder Kundinnen und Kunden gewinnen möchtest, lädt eine Ausschreibung Anbieter dazu ein, gezielt auf einen konkreten Bedarf deiner Organisation einzugehen.

Auch wenn der RFP-Prozess nicht zu den spannendsten Aufgaben gehört: Das Verfassen einer wirkungsvollen Ausschreibung ist entscheidend für den Erfolg deiner Organisation. Wir zeigen dir die Hintergründe zu RFPs und geben dir Tipps, wie du deine eigene Angebotsaufforderung erstellst.

RFP: Request for Proposal – eine Angebotsanfrage bzw. Ausschreibung.

Eine Ausschreibung beschreibt den Leistungsumfang eines Projekts oder Informationen darüber, was eingekauft werden soll. Ausschreibungen können für jedes qualifizierte Unternehmen offen sein oder nur auf Einladung an eine ausgewählte Gruppe von Firmen verschickt werden.

Eine Ausschreibung braucht klare, spezifische Angaben, damit der Bedarf so präzise wie möglich beschrieben wird. Einkaufende und Auftragnehmer schätzen das Ausschreibungsverfahren, weil es Unsicherheiten im Beschaffungsprozess beseitigt. Eine gut formulierte Ausschreibung vereinfacht die Anbietersuche: Sie legt für alle Beteiligten offen, was geliefert werden soll, welches Budget zur Verfügung steht und welche Fristen gelten. So sparst du wertvolle Zeit, Geld und Ressourcen, weil sich nur Dienstleister bewerben, die wirklich zu deinen Anforderungen passen.

Der Ausschreibungsprozess umfasst sechs wesentliche Schritte:

  1. Stakeholder identifizieren
  2. Anforderungen für die Ausschreibung zusammenstellen
  3. Ausschreibung erstellen
  4. Eingehende Angebote auswerten
  5. Bestes Angebot auswählen
  6. Vertrag mit dem Anbieter abschließen

RFI vs. RFP.

Eine Ausschreibung (RFP) sollte nicht mit einer Informationsanfrage (Request for Information, RFI) verwechselt werden. Mit einer Informationsanfrage verschaffst du dir erst einmal einen Überblick darüber, welche Lösungen der Markt überhaupt bietet. Eine Ausschreibung (RFP) geht einen Schritt weiter: Sie hilft Unternehmen, die Auswahl einzugrenzen und gezielt den Anbieter zu finden, der die Projektziele am besten erfüllen kann. Am Ende des RFP-Prozesses steht eine fundierte Entscheidung auf Basis qualifizierter Angebote

RFQ vs. RFP.

Eine Ausschreibung (RFP) unterscheidet sich auch von einer Angebotsanforderung (RFQ), die dazu dient, Preisangebote für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung einzuholen. Unternehmen nutzen eine Angebotsanforderung, wenn sie genau wissen, was sie von einem Anbieter erwarten – oder wenn sie zwei oder mehr Anbieter direkt miteinander vergleichen möchten.

Wann eine Ausschreibung sinnvoll ist.

Nicht jedes Projekt erfordert eine Ausschreibung. Wenn du jedoch ein komplexes Projekt planst, das spezifische Fachkenntnisse verlangt, kannst du mit einer Ausschreibung gezielt Anbieter ansprechen und sie anhand klar definierter Kriterien objektiv vergleichen.

Stell dir vor, dein Unternehmen möchte ein Marketingvideo zur Einführung eines neuen Produkts erstellen. Fehlt im eigenen Haus das nötige Kreativteam, greifst du womöglich üblicherweise auf bestehende Kontakte zu Freelancerinnen und Freelancern zurück. Wenn das Videoprojekt jedoch besonders komplex ist oder die eigenen Kapazitäten übersteigt, lohnt es sich, eine Ausschreibung an Multimediaunternehmen zu richten, die sich auf Videoproduktion spezialisiert haben.

Eine gut ausgearbeitete Ausschreibung fördert zudem den Wettbewerb unter den Anbietern und ermöglicht einen klaren Vergleich von Erfahrung, Preisgestaltung und Lieferzeiten.

Best Practices für Ausschreibungen.

Wie man ein Angebot schreibt, um einen neuen Kunden zu gewinnen, weißt du vermutlich schon. Doch was tust du, wenn du selbst diejenige Person bist, die ein Unternehmen oder einen Dienstleister für ein Projekt beauftragen muss?

Beim Verfassen einer Ausschreibung musst du alle relevanten Informationen zu den spezifischen Anforderungen deines Projekts einbeziehen. Eine Ausschreibung sollte alles enthalten, was potenzielle Lieferantinnen, Lieferanten oder Subunternehmen wissen müssen – sie dient als strukturierter Überblick, der es ihnen ermöglicht, den Projektumfang genau einzuschätzen und ein präzises Angebot abzugeben.

Projektanforderungen definieren.

Für das Verfassen einer Ausschreibung gibt es kein starres Schema, aber folgende Kernelemente solltest du für dein Projekt berücksichtigen:

  • Projektanforderungen, Ziele und Umfang
  • Projektzeitplan, einschließlich der Frage, ob die Lieferfrist flexibel ist oder nicht
  • Mögliche Risiken oder Hindernisse für das Projekt, einschließlich spezifischer Herausforderungen, die die Anbietenden lösen sollen
  • Geschätzter Budgetrahmen für das Projekt
  • Produktmetriken zur Bewertung des Projekterfolgs

Stakeholder identifizieren.

Du musst ein Team zusammenstellen, das die eingehenden Angebote prüft. Damit der Evaluierungsprozess reibungslos läuft, sollten die Aufgaben der einzelnen Personen festgelegt und schriftlich festgehalten werden. Zu den wichtigen Stakeholdern gehören unter anderem:

  • Primäre Stakeholder. Binde die Person ein, die das Projekt oder die Lösung angefordert hat, sowie andere wichtige Mitglieder der Abteilung oder des Teams.
  • Führungskräfte. Die endgültige Genehmigung kostenintensiver Projekte liegt in der Regel bei einer Führungskraft des Unternehmens.
  • Beschaffung. Eine Person aus dem Beschaffungsteam prüft die Anfrage, koordiniert die Verteilung der Ausschreibungsdokumente und steht in direktem Kontakt mit den Anbieterinnen und Anbietern.
  • Weitere Beteiligte. Je nach Anforderungen der Ausschreibung solltest du auch Prüfende aus den Bereichen IT, Recht und Finanzen einbeziehen.

Den Bewertungsprozess für die Ausschreibung festlegen.

Bevor du eine Ausschreibung erstellst, solltest du gemeinsam mit deinen Beteiligten festlegen, wie die Angebote von Anbieterinnen und Anbietern bewertet werden. Besprecht und plant dabei folgende Elemente:

  • Modalitäten für die Einreichung der Angebote und Angaben zur Unterstützung von E-Signaturen
  • Die Frist für die Einreichung von Angeboten
  • Das Datum der Bekanntgabe des den Zuschlag erhaltenden Angebots
  • Kriterien zur Bewertung der eingegangenen Angebote und zur Auswahl einer Anbieterin oder eines Anbieters

Eine typische Ausschreibungsphase dauert etwa zwei Wochen. Plane den Zeitrahmen für die Angebotsprüfung so, dass dein Team alle Vorschläge gründlich sichten kann – ohne dabei den geplanten Projektstart zu gefährden.

Bei der Prüfung der Angebote spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Vielleicht suchst du eine Anbieterin oder einen Anbieter mit einer bestimmten Zertifizierung, oder du bevorzugst jene mit nachgewiesener Erfahrung in vergleichbaren Projekten. Ein zentrales Kriterium ist zudem, ob das Angebot im vorgegebenen Rahmen und Budget bleibt. Dokumentiere alle Kriterien, anhand derer bewertet wird, ob eine Anbieterin oder ein Anbieter die Projektanforderungen erfüllt.

Die richtigen Erstellungs- und Formatierungswerkzeuge auswählen.

Entscheide dich für ein Format, das deiner Ausschreibung am besten gerecht wird. Viele Ausschreibungen entstehen mit Tabellenkalkulationsprogrammen oder Textverarbeitungssoftware und werden digital verteilt – es gibt aber auch webbasierte Alternativen. Für einen effizienteren und strukturierteren Prozess empfiehlt sich die Nutzung von Ausschreibungs-Software, die Zeit spart und die Zusammenarbeit verbessert.

Eine Ausschreibungsvorlage verwenden.

Mit einer Ausschreibungsvorlage vermittelst du dein Projektziel klar und präzise – sie hilft dir, all deine Anforderungen in eine strukturierte Anfrage an Dienstleister zu übersetzen. Darüber hinaus reduziert eine Vorlage den organisatorischen Aufwand bei der Dokumentenerstellung, sodass mehr Kapazität für die Evaluation geeigneter Anbieterunternehmen verbleibt.

Auch wenn Ausschreibungen unterschiedlich gestaltet sein können, enthalten sie alle die oben beschriebenen Kernelemente – damit dein Angebot von Anfang bis Ende vollständig ist. Eine Vorlage sorgt außerdem für Einheitlichkeit im Bewertungsprozess und erleichtert den direkten Vergleich der eingegangenen Angebote.

Eine Ausschreibung in 7 Schritten verfassen.

Sobald du alle Anforderungen für dein Projekt und deine Prozesse geplant und priorisiert hast, kannst du den Inhalt für deine Ausschreibung in 7 einfachen Schritten zusammenstellen.

1. Unternehmen und Projekt vorstellen.

Der erste Teil deiner Ausschreibung ist deine Chance, dein Unternehmen vorzustellen. Eine Ausschreibung ähnelt dabei einer Bewerbung – du möchtest dein Unternehmen von seiner besten Seite zeigen. Schildere die Branche, die Unternehmensgeschichte und die Mission deines Unternehmens, und stelle das Führungsteam vor. Vergiss nicht, die Kontaktdaten anzugeben, damit Anbieterinnen und Anbieter bei Bedarf Fragen stellen können.

Stelle außerdem den Zweck deines Projekts vor – einschließlich der Ziele und angestrebten Ergebnisse. Falls dein Unternehmen bereits ähnliche Projekte bei anderen Anbieterinnen oder Anbietern in Auftrag gegeben hat, kannst du diese früheren Projekte als Referenz für die erwarteten Ergebnisse anführen.

2. Projekthintergrund beschreiben.

Erläutere den Hintergrund deines Projekts klar und verständlich. Deine Ausschreibung sollte Anbieterinnen und Anbieter genau darüber informieren, warum dieses Projekt oder diese Dienstleistung benötigt wird, welche Prioritäten du setzt und welche Anforderungen du an potenzielle Partnerinnen und Partner stellst. Lege außerdem den geplanten Zeitrahmen für das Projekt fest – einschließlich des angestrebten Fertigstellungstermins oder eines festen Abgabedatums.

3. Angebotsfrist und Zeitplan festlegen.

Lege die Einreichungsfrist für Angebote klar fest – und gib an, wie Angebote eingereicht werden sollen und welches Format dabei zu verwenden ist.

Wenn du eine genaue Uhrzeit als Deadline festlegen möchtest, gib diese ebenfalls an. Angebote, die nach diesem Zeitpunkt eingehen, kannst du getrost ausschließen – denn du solltest mit Anbieterinnen und Anbietern zusammenarbeiten, die Fristen zuverlässig einhalten oder sogar früher liefern.

Lege den Zeitplan für den Ausschreibungsprozess fest. Gib an, wie lange nach Ablauf der Angebotsfrist du die eingegangenen Angebote prüfen wirst, wann die Entscheidung fällt und wie du die ausgewählte Anbieterin oder den ausgewählten Anbieter bekanntgibst.

4. Budget festlegen.

Stecke das Budget für das Projekt ab. Du kannst von Anbieterinnen und Anbietern verlangen, dass sie ihre Preise für jeden einzelnen Bestandteil des Projektumfangs detailliert aufschlüsseln.

Falls ein Budgetpunkt für dich noch unklar ist, erwähne das einfach in der Ausschreibung. Bitte externe Dienstleistungsunternehmen darum, dir auf Basis der Projektanforderungen eigene Kostenschätzungen zu unterbreiten.

5. Projektumfang definieren.

In diesem Abschnitt steckst du alle konkreten Elemente des Leistungsumfangs ab und definierst die erwarteten Ergebnisse der Anbietenden. Bekräftige hier noch einmal die Projektziele sowie alle anstehenden Aufgaben.

Zusätzlich kannst du Meilensteine und Fristen festlegen, die im wöchentlichen oder monatlichen Rhythmus erwartet werden – je nach Gesamtdauer des Projekts. Falls du regelmäßige Updates einplanen möchtest, solltest du diese Erwartungen ebenfalls klar in den Projektanforderungen verankern. Manche Ausschreibungen enthalten zudem eine Konventionalstrafe, die von der ausführenden Firma zu zahlen ist, wenn das Projekt nicht bis zum Fertigstellungstermin abgeschlossen wird.

6. Risiken und mögliche Hindernisse benennen.

Natürlich lassen sich nicht alle Probleme, die in einem Projekt auftreten können, vorhersehen. Falls du jedoch bereits potenzielle Hindernisse kennst, teile diese den Anbieterinnen und Anbietern mit – so können sie in ihrem Angebot gezielt darauf eingehen.

Du kannst auch weitere Fragen einbauen, die du an potenzielle Partnerunternehmen hast. Bezogen auf das Gesamtprojekt könntest du beispielsweise fragen, welche Aspekte aus Sicht der Anbietenden noch nicht abgedeckt wurden und wie sie darauf reagieren würden. Mit einer Ausschreibung fragst du ganz gezielte Fachkompetenz ab – und Unternehmen mit entsprechender Praxiserfahrung haben oft wertvolle Impulse für dein Projekt.

7. Bewertungskriterien erläutern.

Interessierte Firmen investieren nur ungern Zeit in ein Angebot, wenn die Bewertungsmaßstäbe unklar sind. Wenn du die Kriterien transparent kommunizierst, können die Anbietenden selbst prüfen, ob das Projekt zu ihnen passt und wie realistisch eine spätere Beauftragung ist.

Erstelle deine Ausschreibungsvorlage mit Adobe.

Adobe Acrobat unterstützt dich bei jedem Schritt des Ausschreibungsprozesses – darunter:

Häufig gestellte Fragen.

Was ist eine Ausschreibungsvorlage?

Eine Ausschreibungsvorlage bietet die ideale Struktur für deine Ausschreibung und stellt sicher, dass alle wesentlichen Informationen im Angebot enthalten sind. Zudem sorgt sie für eine einheitliche Struktur, die direkte Vergleiche während der Bewertung erleichtert.

Welche Schritte sind im Ausschreibungsprozess unverzichtbar?

  1. Stakeholder identifizieren
  2. Anforderungen für die Ausschreibung erfassen
  3. Ausschreibung erstellen
  4. Angebote prüfen
  5. Anbieterin oder Anbieter auswählen
  6. Vertrag mit Anbieterin oder Anbieter abschließen

Wie erstelle ich eine Ausschreibung?

Am effektivsten erstellst du eine Ausschreibung mit einer geeigneten Ausschreibungs-Software. Wenn du Angebotsanfragen an mehrere Unternehmen versendest, brauchst du eine zuverlässige Möglichkeit, die eingehenden Angebote zu erfassen, zu strukturieren und zu verwalten.

Was gehört in eine Ausschreibung?

Obwohl Ausschreibungen unterschiedlich gestaltet sein können, sollten alle die folgenden wesentlichen Elemente enthalten:

  • Projektbedarf, Ziele und Umfang
  • Projektzeitplan, einschließlich der Frage, ob die Lieferfrist flexibel ist oder nicht
  • Mögliche Risiken oder Hindernisse für das Projekt, einschließlich konkreter Herausforderungen, die die Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer lösen sollen
  • Geschätzter Budgetrahmen für das Projekt
  • Produktmetrik zur Erfolgsmessung des Projekts
  • Das Team, das die eingegangenen Angebote prüft, sowie die Rolle jedes Teammitglieds
  • Die Frist für die Einreichung von Angeboten
  • Das Datum der Bekanntgabe des den Zuschlag erhaltenden Angebots
  • Kriterien zur Bewertung der eingegangenen Angebote und zur Auswahl einer Anbieterin oder eines Anbieters

Welche 7 Schritte sind im Ausschreibungsprozess unverzichtbar?

  1. Unternehmen und Projekt vorstellen
  2. Projekthintergrund beschreiben
  3. Angebotsfrist und Projektzeitplan angeben
  4. Budget festlegen
  5. Projektumfang beschreiben
  6. Risiken und Hindernisse benennen
  7. Bewertungskriterien erläutern

Wie wähle ich den besten Anbietenden für meine Ausschreibung aus?

Für einen objektiven Vergleich sollte dein Team die im Rahmen der Ausschreibung festgelegten Bewertungskriterien heranziehen. Der beste Anbietende erfüllt die meisten oder alle Anforderungen. Wenn mehrere Anbietende die Kriterien erfüllen, kannst du sie mit gezielten Nachfragen kontaktieren, Referenzen früherer Kundschaft einholen oder eine Vorstellung eines früheren Projekts anfragen. Bei Software-Ausschreibungen bietet sich eine Produktdemo an.

Wie sende ich einen digitalen Vertrag an das ausgewählte Partnerunternehmen?

Sobald du dich für ein Angebot entschieden hast, kannst du einen digitalen Vertrag versenden, den das beauftragte Unternehmen per E-Signatur unterzeichnet. Entdecke, wie Adobe Acrobat dir dabei hilft, deine Geschäftsdokumente schneller und sicherer unterschreiben zu lassen als mit traditionellen Methoden.

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