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Eine Welt voller Fotomöglichkeiten.

Spiegellose Kameras, sogenannte Systemkameras, verändern die Fotowelt: Das Objektiv sitzt näher am Sensor und liefert so eine hohe Bildqualität, hat aber dennoch ein kompaktes, leichtes Design und bietet mehr Möglichkeiten als eine DSLR. Entdecke die Vorteile des elektronischen Suchers (EVF), des IBIS-Sensors für wackelfreie Aufnahmen ohne Selbst- oder Fernauslöser, der Touchscreen Live-Ansicht, des Autofokus-Systems, aber auch die Schwächen einer spiegellosen Kamera. Darunter zum Beispiel die kürzere Akkulaufzeit. Erfahre außerdem, warum viele Profis spiegellose Kameras bevorzugen und wie du deine Kamera optimal einsetzt.

Spiegellose Kamera oder DSLR: Was ist der Unterschied?

Wie der Name schon verrät, arbeiten spiegellose Kameras ohne Spiegel im Kameragehäuse. Anders als DSLR-Kameras, die ein Bild über Spiegel in den optischen Sucher leiten, setzen spiegellose Kameras häufig auf einen elektronischen Sucher (EVF), der das Bild digital anzeigt.

Der Begriff spiegellos kann etwas irreführend sein, da viele Digitalkameras sowieso keinen Spiegel haben. Digitale Kompaktkameras, Messsucherkameras wie die legendäre Leica und sogar Smartphone-Kameras sind technisch gesehen alle spiegellos. Doch heute bedeutet spiegellos vor allem, dass eine Kamera ein Wechselobjektivsystem hat.

Ohne sperrigen Spiegelkasten im Gehäuse sind spiegellose Kameras kompakter als DSLRs. Und da das Objektiv ohne Spiegel näher am Sensor sitzt, kann die Bildqualität besser sein. Dadurch wurde die spiegellose Technologie zum natürlichen Nachfolger der DSLR im digitalen Zeitalter.

Vorteile spiegelloser Kameras.

Elektronischer Sucher.

Abgesehen von der Größe ist der elektronische Sucher der auffälligste Unterschied zu DSLRs. Elektronische Sucher, auch EVFs (Electronic Viewfinder) genannt, stellen digital den Bildausschnitt dar. So siehst du in Echtzeit, wie die Belichtung bei deinen aktuellen Einstellungen aussehen wird. „Man kann das Bild direkt im Sucher prüfen. Das spart bei Aufnahmen viel Zeit“, erklärt Fotografie-Profi Alex McGregor. „Außerdem kann man anpassen, welche Informationen im Sucher angezeigt werden“, fügt Alex McGregor hinzu.

Eine Person mit einer spiegellosen Kamera fotografiert draußen einen Hund.

„Das Fotografieren geht mit dem EVF viel flüssiger von der Hand“, so Fotografin Brooke Bartleson. „Mit einer DSLR muss man die Kamera oft wieder runternehmen, um das Bild zu prüfen und neu auszurichten. Mit einem EVF hingegen sieht man direkt im Sucher eine realistischere Vorschau und kann schneller reagieren und das Bild oder die Einstellungen anpassen."

Zwar erreicht die Bildqualität von EVFs noch nicht ganz das Niveau optischer Sucher, doch mit jedem neuen Modell verbessern sich Schärfe und Klarheit spürbar. Die besten spiegellosen EVFs kommen optischen Suchern bereits sehr nahe und werden mit technologischem Fortschritt immer besser.

In-Body-Bildstabilisierung (IBIS)

IBIS steht für In-Body Image Stabilization und ist eine Funktion, die den Sensor bei Aufnahmen stabilisiert, bei denen man die Kamera in der Hand hält. Sie ermöglicht es, mit sehr langsamen Verschlusszeiten auch ohne Stativ zu fotografieren. Sie ist also ideal für Aufnahmen bei wenig Licht, ohne den ISO (die Lichtempfindlichkeit, durch die Rauschen oder Körnung im Bild auftreten kann) stark erhöhen zu müssen. „Einige sind in der Lage, Belichtungen mit mehreren Sekunden aufzunehmen, ganz ohne Bewegungsunschärfe. Mit einer DSLR wäre das absolut undenkbar“, sagt McGregor.

Auch für Videoaufnahmen ist die IBIS ein echter Gewinn: Du bekommst wackelfreie Aufnahmen und benötigst dafür keinen Gimbal (eine schwenkbare Halterung zur Kamerastabilisierung). Nicht alle spiegellosen Kameras verfügen über eine IBIS, doch die spiegellose Kamera hat diese Technologie vorangetrieben.

Touchscreen Live-Ansicht.

Der nahtlose Wechsel zwischen Sucher und Live-Ansicht auf dem OLED- oder LCD-Bildschirm überzeugt viele Fotografinnen und Fotografen. Einige Modelle ermöglichen sogar eine blitzschnelle Scharfstellung durch einen Button auf dem Bildschirm. Die kontinuierliche Live-Ansicht ist ideal für Aufnahmen aus schwierigen Winkeln, ohne die Kamera ans Gesicht führen zu müssen und bietet somit auch bei Videos klare Vorteile. Viele Kreative nutzen ihre spiegellose Kamera deshalb auch als Videokamera. Wer Videos drehen möchte, trifft mit einer spiegellosen Kamera eine ausgezeichnete Wahl: Viele Modelle unterstützen 4K-Videoaufnahmen, darunter die beliebte Sony A7R IV, während die Canon EOS R5 sogar in 8K aufnehmen kann.

Eine Person fotografiert draußen mit einer spiegellosen Kamera.
Eine spiegellose Kamera liegt auf einigen ausgedruckten Fotos.

Autofokussystem.

Für McGregor war der Autofokus eine der beeindruckendsten Vorteile gegenüber DSLRs. „Die Möglichkeit, Fokuspunkte bis an den Bildschirmrand zu verschieben, erleichtert die Bildkomposition und beschleunigt den Aufnahmeprozess."

Ein kontinuierliches Fokus-Tracking ist ein weiteres Merkmal, für das spiegellose Kameras bekannt sind. „Man kann der Kamera einfach sagen, welches Motiv sie fokussieren soll. Dann verfolgt die Kamera das Motiv und stellt es scharf, während sich das Motiv im Bildausschnitt bewegt“, erklärt McGregor. „So können sich Fotografinnen und Fotografen voll auf Belichtung und Bildkomposition konzentrieren und der Kamera den Fokus überlassen."

Lautloser Verschluss.

Da bei spiegellosen Kameras kein Spiegel hochklappt, wenn du auf den Auslöser drückst, kannst du entsprechend auch völlig lautlos fotografieren. Das ist ein großer Vorteil bei Event-Fotografie oder Hochzeiten, wo du so unauffällig wie möglich sein musst. Die meisten Kameramodelle bieten entweder einen mechanischen oder einen elektronischen Verschluss. Der elektronische Verschluss ist besonders für Sportfotografie geeignet oder immer dann, wenn du Bewegungen festhalten möchtest, denn er schafft deutlich mehr Bilder pro Sekunde als der mechanische Verschluss.

Ein Objektiv für eine spiegellose Kamera.

Objektive.

Spiegellose Kameras verwenden dieselbe Bajonett-Objektivfassung wie DSLRs. Diese Objektive sind mit modernster Technologie für einen gestochen scharfen Autofokus ausgestattet und können kompakter ausfallen, da kein Spiegel verbaut ist. Und mit einem Adapter kannst du ein DSLR-Objektiv mit einer spiegellosen Kamera verwenden.

Diese Nachteile solltest du kennen.

Kürzere Akkulaufzeit.

Durch die vielen elektronischen Komponenten hält der Akku einer spiegellosen Kamera nicht so lange wie bei einer DSLR. Wenn du dich für eine spiegellose Kamera entscheidest, solltest du daher immer ausreichend Ersatzakkus dabeihaben.

Kosten und weniger Objektive.

Viele spiegellose Kameras und Objektive kosten deutlich mehr. Dazu kommt, dass es aktuell noch eine begrenzte Auswahl an spiegellosen Objektiven gibt. Die meisten Hersteller bauen ihr Sortiment gerade erst aus. Bei DSLR-Objektiven findest du dagegen eine deutlich größere Auswahl.

Auch wenn du mit DSLR-Objektiven gute Ergebnisse erzielen kannst, holst du mit systemeigenen Objektiven das volle Potenzial deiner spiegellosen Kamera heraus. Eine Sammlung an Objektiven von Grund auf aufzubauen wäre aber eine große Investition. Ein Adapter ist für viele dann zwar die budgetfreundliche Lösung, aber auch der ist ein Kostenfaktor, den du einkalkulieren solltest.

Eine Person in einer orangefarbenen Jacke im Regen.
Nahaufnahme einiger Orangen.

EVF-Qualität.

Manche lieben den EVF, für andere ist er eine unbequeme Umstellung. Die Qualität von EVFs steigt stetig, aber einige Kameras sind anderen um Längen voraus. Der EVF liefert zwar meistens ein genaues Bild, aber in schwierigen Settings wie bei schwachem Licht ist die Darstellung spürbar schlechter als das, was du mit bloßem Auge sehen kannst. Ob der EVF ein Vor- oder ein Nachteil ist, ist letztlich Geschmackssache.

Die optimale Nutzung.

Spiegellose Kameras sind zwar in der Regel etwas teurer als vergleichbare DSLRs, aber es gibt eine passende Kamera für jedes Budget. Wer einsteigen möchte, ohne dabei viel zu investieren, kann auf solide Einsteigermodelle mit APS-C-Sensor setzen. Wer hingegen Wert auf ein leichtes Kameragehäuse legt, greift zu einer Kamera mit Micro-Four-Thirds-Sensor, wie sie etwa bei Olympus und Panasonic eingebaut werden. Für den professionellen Einsatz gibt es zudem leistungsstarke Modelle mit Vollformatsensor und hoher Megapixelzahl. Je nach Anforderungen kann eine spiegellose Kamera deine Art zu fotografieren wirklich grundlegend verändern.

Innovative Technologie und auch noch mehr Platz in der Kameratasche. Es gibt viele überzeugende Gründe für eine spiegellose Kamera. Und nahezu alle haben eine Vielzahl praktischer Funktionen: integriertes WLAN und Bluetooth, zwei Speicherkartenslots, wetterfestes Gehäuse und mehr.

„Am Anfang kann es schnell überwältigend sein, sich zurechtzufinden und die Kamera kennenzulernen“, erklärt Bartleson. „Am besten nimmt man sich Zeit, um sich in die Optionen der Kamera einzulesen und die Standardeinstellungen kennenzulernen. Dann weiß man genau, wie man sie optimal nutzen kann."

Spiegellose Kameras eröffnen Welten voller Möglichkeiten. Jetzt, wo du das Wichtigste über spiegellose Kameras weißt, kannst du dich auf die Suche nach deiner idealen Kamera machen. Und wenn du deine Aufnahmen bearbeiten möchtest, ist Adobe Lightroom ein zuverlässiges Tool, das die neuesten spiegellosen Kameras und Objektive unterstützt.