Erweitere deine Video-Skills mit Cross-Cutting-Techniken.
Erfahre, was für eine Technik Cross-Cutting ist, mit der sich die Handlung aus zwei verschiedenen Szenen kombinieren lässt.
Zwischen Szenen wechseln.
Nur im Kino kann man an zwei Orten gleichzeitig sein. Mit Cross-Cutting werden die Menschen im Kinosaal schnell beziehungsweise methodisch von Szene zu Szene geführt. Das erzeugt Spannung und hält das Publikum in Atem.
Was ist Cross-Cutting im Film?
Im Filmschnitt ist Cross-Cutting eine von verschiedenen Filmschnittarten. Es handelt sich dabei um eine Videobearbeitungs-Technik, bei der zwischen Szenen gewechselt wird, um den Eindruck zu erwecken, dass mehrere Handlungen an verschiedenen Orten gleichzeitig stattfinden.
Die parallel ablaufenden Ereignisse können räumlich nah beieinander oder weit voneinander entfernt sein. Ziel ist es, dem Publikum Einblicke über verschiedene Schauplätze hinweg zu gewähren.
Geschichte von Cross-Cutting und Beispiele aus der Filmwelt.
Diese Technik geht zurück auf den Film Der große Eisenbahnraub von Regisseur Edwin S. Porter aus dem Jahr 1903. Porter nutzt Cross-Cutting mehrfach, unter anderem um zu zeigen, dass die Banditen im Zug und der gefesselte Fernmelder gleichzeitig agieren.
Der Film baut Spannung auf, indem er mehrere Ereignisse gleichzeitig zeigt. Ein weiteres Beispiel ist Der Weizenkönig von D. W. Griffith, wo drei verschiedene Erzählstränge gleichzeitig stattfinden: die des Bauern, des Bäckers und des Weizenkönigs. Der Film zeigt den Ablauf des Tages und sobald der Weizenkönig seine Monopolstellung nutzt, um den Mehlpreis zu erhöhen, beginnt das Cross-Cutting zwischen den drei Perspektiven. Diese Technik erzeugt Spannung und zeigt dem Publikum, wie die Handlungen des Weizenkönigs alle drei Personen betreffen.
Ein neueres Beispiel ist das Cross-Cutting in Rogue One: A Star Wars Story. Hier werden in der finalen Szene auch drei Perspektiven gezeigt: Cassian und Jyn am Strand, der Bösewicht Krennic auf dem Turm und die Ingenieure im Todesstern. Diese Technik ermöglicht es dem Publikum, die enormen Auswirkungen des Ereignisses jenseits der einzelnen Figuren zu sehen und gleichzeitig zu verfolgen, was aus jedem Einzelnen wird.
Wann und wieso verwendet man Cross-Cuts?
Ein Cross-Cut verstärkt Spannung, Dramatik und emotionale Wirkung. Szenen werden fesselnder, indem nahtlos zwischen gleichzeitigen Handlungen an verschiedenen Orten gewechselt wird. Diese Technik schafft Dringlichkeit oder Aufregung und zeigt, wo und wie sich mehrere Handlungsstränge treffen.
Überlege dir während der Postproduktion, welche Szenen von mehreren Perspektiven innerhalb derselben Szene profitieren könnten. Cross-Cuts im Film können deine Story auf folgende Weise beeinflussen:
- Telefon- oder Videogespräche einfangen. Cross-Cuts werden im Film oft verwendet, um zwei Charaktere zu zeigen, die miteinander telefonieren. Die Kamera wechselt während des Gesprächs zwischen den beiden hin und her. Das eröffnet Spielraum für Dialoge und deren Bezug zur Handlung im Bild. In Ferris macht blau beispielsweise gibt Ferris vor, krank im Bett zu liegen, während er mit seinem Vater telefoniert. Tatsächlich sitzt er aber am Computer und drängt seinen Kumpel Cameron, vorbeizukommen.
- Spannung aufbauen. Cross-Cutting kann hohe Spannung beim Publikum erzeugen. Denke an einen Actionhelden, der im Wettlauf gegen die Zeit eine Bombe entschärft. Durch Zwischenschnitte wird seine Handlung mit der tickenden Uhr verwoben. In Schweigen der Lämmer nutzt Regisseur Jonathan Demme Cross-Cuts nicht nur für Spannung, sondern auch zur Irreführung des Publikums. Er schneidet zwischen einer Szene mit dem Serienmörder Buffalo Bill zu Hause und Aufnahmen von FBI-Agenten, die ein Haus umstellen. Demme suggeriert, dass die Gerechtigkeit gleich zuschlägt. Doch die FBI-Agenten stürmen das Haus, nur um festzustellen, dass es leer ist. Buffalo Bill ist woanders und öffnet Clarice, der Protagonistin, die Tür.
- Etwas betonen. Cross-Cutting kann auch eine tiefere Bedeutung schaffen, wie beim Höhepunkt von Francis Ford Coppolas Der Pate. Michael Corleone ist in der Kirche und wird Pate der Tochter seiner Schwester Connie. Währenddessen eliminieren Corleones Männer seine Rivalen. Die Szene beginnt mit einem Match Cut (einer Gegenüberstellung zweier thematisch oder kompositorisch ähnlicher Bilder). Die erste Einstellung zeigt das Baby in Connies Händen. Die nächste zeigt eine Pistole in der Hand eines Mannes. Dann wechselt die Kamera von der Kirche, in der Michael dem Satan abschwört, zu den brutalen Morden und zurück. So wird etabliert, dass er zum Mafiaboss getauft wird.
- Mit Zeit und Raum spielen. Christopher Nolan, ein Meister des Cross-Cuttings, nutzt diese Technik in Inception, um gleichzeitige Handlungen auf verschiedenen Realitätsebenen zu zeigen. In einer berühmten Szene schläft Arthur, der Protagonist, in einem rasenden Van, der von Motorradfahrern verfolgt wird. Währenddessen kämpft Arthur in seinem Traum in einem Hotelflur. Als der Van schlingert und sich überschlägt, schlingert und überschlägt sich auch die Traumwelt im Hotel. Das Ergebnis ist eine der spannendsten und unvergesslichsten Kampfszenen der Filmgeschichte.
Ist Cross-Cutting dasselbe wie die Parallelmontage?
Cross-Cutting ist ein umfassenderer Begriff, der die Parallelmontage einschließt, aber die beiden sind nicht exakt dasselbe. Parallelmontage ist eine Art des Cross-Cuttings, die zwei oder mehr gleichzeitig stattfindende Szenen zeigt. Sie wird häufig verwendet, um Szenen zu verbinden, die ein gemeinsames Thema teilen. Cross-Cutting bezieht sich darauf, wenn ein Film zwischen Szenen hin und her schneidet, unabhängig davon, ob sie gleichzeitig stattfinden. Beispiele sind Traumsequenzen, Montagen oder Rückblenden.
Cross-Cutting in {{premiere}}.
Adobe {{premiere}} hilft dir dabei, Cross-Cuts im Handumdrehen umzusetzen. Folge diesen Schritten in {{premiere}}, wenn du Cross-Cuts in einem Video haben möchtest:
1. Wähle die Frames aus, zwischen denen du einen Cross-Cut machen möchtest. Füge die Frames in der Reihenfolge hinzu, in der sie betrachtet werden sollen. Falls du die Frames neu anordnen musst, klicke auf jeden Frame und ziehe ihn an seine neue Position.
2. Falls du eine Szene trimmen musst, bewege deinen Cursor zum Ende des Videos und suche nach der roten Linie. Klicke auf den Clip und ziehe ihn auf die gewünschte Länge.
3. Falls du einen Teil aus der Mitte des Clips schneiden musst, klicke auf das Rasierklinge-Werkzeug in der Symbolleiste und wähle den Videobereich aus, den du schneiden möchtest.
4. Speichere deine Arbeit.
Schnitte gehören zu den grundlegendsten Video-Übergängen, aber mit der richtigen Technik können sie Szenen spannend oder aufregend machen.
Tipps für die Bearbeitung von Cross-Cuts.
Hier sind einige grundlegende Tipps für gute Cross-Cuts in deinem Video.
1. Besorge dir das richtige Filmmaterial.
Sorge für optimale Voraussetzungen, indem du dir Material sicherst, das sich für Cross-Cuts eignet. Berücksichtige die folgenden Aspekte, bevor du deine Aufnahmeliste erstellst.
- Blickwinkel. Wessen Perspektive stellt die Kamera dar? Ändert sich die Perspektive zwischen den zu verbindenden Szenen sehr? Falls ja, wie viele Informationen braucht das Publikum, um die Handlung zu verstehen?
- Bildeinstellung. Vergewissere dich, dass du für jede Szene auch einen Establishing Shot hast, damit das Publikum ein Gefühl für jeden Schauplatz bekommt, bevor du mit nähere Aufnahmen zwischen den Szenen wechselst. Du kannst auch visuelle Elemente für einen Match-Cut aufeinander abstimmen.
- Beleuchtung. Plane die Beleuchtung jeder Szene unterschiedlich, um klare Kontraste zu schaffen und Verwirrung beim Publikum zu vermeiden. Im Beispiel aus Inception ist die Verfolgungsszene in Blautönen gehalten, während die Kampfszene in Orange dargestellt wird. So wissen wir immer, wo wir uns befinden, auch wenn nicht ganz klar ist, was dort passiert. Du kannst in Adobe {{premiere}} Farbkorrektur-Werkzeuge verwenden, um kontrastierende Farbtöne zu erstellen.
- Coverage. Mit „Coverage“ wird das gesamte Filmmaterial bezeichnet, das du brauchst, um eine zusammenhängende Story zu erzählen. Nimm am besten unterschiedliche Shots mit verschiedenen Aufnahmearten auf, indem du die Szenen aus unterschiedlichen Winkeln filmst. Durch mehrere Auswahlmöglichkeiten wird es deutlich einfacher, das Video zu bearbeiten.
2. Jede Szene im Schnittfenster farblich kennzeichnen.
Sobald du mit der Postproduktion in {{premiere}} beginnst, kannst du mit Beschriftungsfarben deine Szenen markieren, um sie einfach voneinander zu unterscheiden. „Auf diese Weise kannst du, wenn du zwischen drei oder vier Szenen wechselst, einfach auf das Schnittfenster schauen und sofort sehen, wo du möglicherweise zu viel oder zu wenig von einer Szene zeigst“, sagt Colorist und Cutter Gerry Holtz.
3. Jede Szene einzeln bearbeiten.
Bevor du versuchst, zwei verschiedene Szenen zu verweben, definiere die sogenannten Beats (also die Momente) jeder einzelnen Szene. Überlege dann, wo die Szene beginnt, wo sie endet und wie du die Szenen aufteilen möchtest. Setze dann bei potenziellen Anfangs- und Endpunkten deine Markierungen. „Sobald man all diese kleinen Beats hat, kann man sie mit den anderen Szenen zusammenmischen“, sagt Holtz. „Aber zuerst sollte man sich sicher sein, dass jede Szene auch ohne den Kontext der anderen Szenen Sinn ergibt. Später stellt man dann manchmal fest, dass man gar nicht alles braucht, aber das ist ein guter Ausgangspunkt."
4. Mit Musik experimentieren.
Durch Musik und Sound-Effekte lassen sich deine verschiedenen Szenen miteinander verbinden. In Musikvideos wird die Erzählung des Songs mit darstellerischen Szenen verknüpft. Diese Strategie funktioniert auch in Filmen oder Werbespots. „Das Risiko bei Parallelmontagen ist, dass das Stück zusammenhanglos wirken kann. Aber man kann diese anfangs zusammenhanglosen Szenen dann mit Musik und überlappenden Sound-Effekten verbinden“, sagt Filmemacher Taylor Kavanaugh.
Du kannst Musik oder Sound-Effekte ebenso wie Beleuchtung einsetzen, damit man Szenen voneinander unterscheiden kann. Wenn ein Teil eines Telefongesprächs an einer belebten Straßenecke in Manhattan geführt wird und der andere Teil in einer Bibliothek, ist der Kontrast entsprechend deutlich.
Führe Bewegungen von einer Szene in die nächste Szene. Indem eine Bewegung in beiden Szenen durchgeführt wird, verbindest du deine Figuren miteinander. Wenn eine Figur im ersten Clip von links nach rechts durch das Bild läuft, schneide zur nächsten Figur im folgenden Clip, die dasselbe tut. „Als Publikum möchten wir sehen, wie sich Dinge von einem Clip zum nächsten fortsetzen“, sagt Kavanaugh. „Diese Bewegung fortzuführen ermöglicht es uns, diese Verbindung herzustellen. Und dabei ist es ganz gleich, ob wir das nun bewusst wahrnehmen oder nicht.“
5. Verwirre dein Publikum nicht.
Verwechsle Spannung nicht mit Verwirrung. Wenn du beispielsweise eine Kampfszene drehst, schneide nicht zu viele Nahaufnahmen so schnell zusammen, dass das Publikum nicht mehr erkennen kann, wer was macht. „Du kannst dein Publikum ein bisschen stutzen lassen, aber es sollte wissen, was es gerade betrachtet“, sagt Holtz.
6. Feedback einholen.
Eine Möglichkeit herauszufinden, ob du dein Publikum verwirrst, ist dein Werk zu teilen. Wie bei jedem kreativen Projekt ist es auch beim Filmemachen leicht, so tief involviert zu sein, dass man die Perspektive verliert. Wenn du dein Urteil anzweifelst, hole dir bei der Videobearbeitung im Team die Meinung vertrauenswürdiger Kolleginnen und Kollegen ein. Können sie der Handlung folgen? Wurde die Kontinuität beibehalten? Können sie der Szene dort wieder folgen, wo sie zuletzt aufgehört hat? Verstehen sie, was außerhalb des Frames passiert ist?
Du solltest dir auch genau die Filme, TV-Sendungen und allgemein Content genauer anschauen, den du liebst. Studiere dabei, was funktioniert und überlege, warum es funktioniert. Das Filmhandwerk erlernt man nicht mal eben so. „Du musst dich selbst weiterbilden und Tutorials lesen, aber dann auch rausgehen und es selbst ausprobieren“, sagt Kavanaugh.
Kremple dir die Ärmel hoch und akzeptiere, dass du Fehler machen wirst. Und sei mit dir selbst und deinen Kritikern geduldig.
Cross-Cutting wie die Profis dank {{premiere}}.
Bei der Produktion großartiger Filme wird darauf geachtet, wie Filmmaterial gedreht wird, zusammenpasst und von Szene zu Szene ineinander übergeht. Ein Filmpublikum zu begeistern erfordert geschickte Schnitte zwischen den Clips, um Erwartung und Spannung aufzubauen.
Wenn du auf der Suche nach professioneller Software für Videobearbeitung bist, hat Adobe {{premiere}} alle Tools für dich parat, um dein Publikum zu faszinieren und deine Postproduktion effizient zu strukturieren.