Was ist der Unterschied zwischen JPEG und JPEG 2000?
Auch wenn ihr Name ähnlich klingt, handelt es sich bei JPEG und JPEG 2000 um zwei sehr unterschiedliche Formate. Sehen wir uns die Unterschiede einmal genauer an.
Bildauflösung.
Der offensichtlichste Unterschied zwischen JPEG und JPEG 2000 ist die Bildqualität. JPEG 2000 basiert auf einer komplexen Codierungsmethode, die eine deutlich höhere Auflösung als bei JPEG ermöglicht. Dies ist auf die verlustfreie Komprimierung zurückzuführen, bei der weniger visuelle Informationen verloren gehen. Zudem bietet JPEG 2000 die Option einer hochwertigen, verlustbehafteten Kompression.
Aufgrund der verlustfreien Komprimierung sind JPEG 2000-Dateien in der Regel größer als JPEG-Dateien. Das Versenden, Hochladen oder Anzeigen der Dateien im Web kann deshalb länger dauern.
Komprimierung.
JPEG-Dateien werden bei der Speicherung verlustbehaftet komprimiert. Mit jedem Speichervorgang geht ein Teil der visuellen Informationen des ursprünglichen Bilds verloren. Viele nehmen den Qualitätsverlust in Kauf, weil sie dafür kleinere, handlichere Dateien erhalten. Nur wenige wissen allerdings, dass mit JPEG 2000 beides möglich ist: hohe Qualität und kompakte Dateigrößen.
Mit JPEG 2000 können Userinnen und User je nach gewünschtem Detailgrad zwischen verlustfreier und verlustbehafteter Kompression wählen. Bei der verlustfreien Komprimierung entstehen Bilder von vergleichsweise höherer Qualität.
Dank hoher Komprimierungsraten kann ein Bild im JPEG 2000-Format um bis zu 200 % mehr komprimiert werden als im JPEG-Format. Dabei wird dieselbe Qualität erzielt wie bei einer JPEG-Datei derselben Größe.
Codierung.
Ein weiterer, wichtiger Unterschied zwischen diesen beiden Formaten ist die Codierung. JPEG 2000 basiert auf einem anderen Code als JPEG, und dieser neuere Code ist nicht abwärtskompatibel. Ältere Hardware unterstützt JPEG 2000 demnach erst nach vorheriger Anpassung. Der damit verbundene Mehraufwand erklärt die Zurückhaltung auf Seiten von Entwicklungs-Teams. Da sie ohnehin für JPEG codieren mussten, ersparten sie sich die Unterstützung für JPEG 2000. Die durchschnittliche Anwenderschaft kamen also nur selten mit dem neuen JPEG 2000-Format in Kontakt, was die Verbreitung zusätzlich verlangsamte.
Hinzu kommt, dass JPEG 2000 mehr Arbeitsspeicher benötigt als das Vorgängerformat JPEG. Als JPEG 2000 eingeführt wurde, hatte ein durchschnittlicher Computer gerade einmal 64 MB RAM. Mit den heutigen Rechnern stellt sich dieses Problem nicht mehr, doch ist dies ein weiterer Faktor, der der Akzeptanz von JPEG 2000 in Wege stand.