WebM vs. MP4: Dateigröße und Kompatibilität im Vergleich.
Die Wahl zwischen WebM vs. MP4 hängt davon ab, wie sich die beiden Formate in drei wichtigen Dimensionen schlagen: Geräteunterstützung, Komprimierungseffizienz und Lizenzbedingungen. Diese Faktoren bestimmen direkt, wo und wie du jedes Format optimal einsetzen kannst.
Kompatibilität mit Geräten und Browsern
MP4 wird nahezu überall unterstützt. Windows, Mac, iOS und Android-Geräte verarbeiten MP4-Dateien nativ. Jeder gängige Browser – Chrome, Firefox, Safari, Edge – spielt MP4-Videos ohne zusätzliche Plug-ins oder Codecs ab. Diese breite Kompatibilität macht MP4 zur sichereren Wahl, wenn du nicht vorhersehen kannst, welche Geräte oder Software deine Zielgruppe nutzt.
Bei WebM ist die Unterstützung differenzierter. Chrome und Firefox bieten seit der Einführung des Formats volle Wiedergabefunktionen. Safari stellte jahrelang eine Herausforderung dar, doch mit Safari 14 im Jahr 2020 verbesserte sich die Unterstützung deutlich. Aktuelle Safari-Versionen verarbeiten WebM zuverlässig – Entwicklerinnen und Entwickler, die ältere Browser-Versionen unterstützen müssen, sollten die Kompatibilität jedoch für ihre jeweilige Zielgruppe prüfen.
Für die Webentwicklung bedeutet das: Kenne deine Zielgruppe genau. Zeigen deine Analysen, dass überwiegend Chrome und Firefox genutzt werden, ist WebM eine ausgezeichnete Wahl. Müssen dagegen Vorgängerversionen oder vielfältige Geräte-Ökosysteme unterstützt werden, bleibt MP4 die verlässliche Option.
Dateigröße und Streaming-Performance
Bei gleicher Bildqualität erzeugt WebM in der Regel kleinere Dateien als MP4. Die Codecs VP8 und VP9, die WebM antreiben, wurden speziell für die Web-Bereitstellung entwickelt – mit dem Ziel, effizient zu komprimieren, ohne dabei an Bildschärfe einzubüßen.
Kleinere Dateien sorgen direkt für schnellere Seitenladezeiten. Wenn Besuchende deine Website aufrufen, startet ein WebM-Video schneller als eine vergleichbare MP4-Datei. Dieser Geschwindigkeitsvorteil macht sich bei deiner gesamten Zielgruppe bemerkbar: Er senkt die Bandbreitenkosten bei stark frequentierten Sites und verbessert die Core Web Vitals-Scores, die sich auf das Suchranking auswirken.
MP4 mit den Codecs H.264 oder H.265 bietet ebenfalls hervorragende Komprimierung. Diese Codecs wurden über Jahrzehnte optimiert und liefern hochwertige Ergebnisse. Vergleicht man jedoch identisches Filmmaterial bei gleichen Qualitätseinstellungen, sind WebM-Dateien häufig 20–30 % kleiner als die entsprechenden MP4-Dateien.
Für Websites, bei denen die Ladegeschwindigkeit zählt – und das tut sie immer –, macht dieser Größenunterschied WebM zu einer attraktiven Wahl für eingebettete Videoinhalte.
Lizenzierung: Open-Source vs. proprietär
Wer die Lizenzierungslage kennt, vermeidet unerwartete Kosten und rechtliche Fallstricke. Lizenzierung bezeichnet die rechtlichen Genehmigungen, die für die Nutzung bestimmter Technologien erforderlich sind – insbesondere für kommerzielle Zwecke, bei denen lizenzfreie Optionen eine unbegrenzte Nutzung ohne laufende Gebühren ermöglichen.
WebM basiert auf einer vollständig Open-Source-basierten, lizenzgebührenfreien Lizenz. Google hat das Format und die zugehörigen Codecs für alle zur kostenlosen und uneingeschränkten Nutzung freigegeben. Diese offene Struktur ist für Unternehmen interessant, die laufende Lizenzkosten und rechtliche Komplexität reduzieren möchten.
MP4 unterliegt einer proprietären Lizenzierung über den MPEG-LA-Patentpool. Die Wiedergabe ist in der Regel kostenlos, doch die kommerzielle Kodierung – also das Erstellen von MP4-Dateien zur Verbreitung – kann je nach Use Case und Volumen Lizenzgebühren nach sich ziehen. Für viele Unternehmen entstehen diese Kosten aufgrund von Ausnahmen und Schwellenwerten nie. Für größere kommerzielle Geschäftsmodelle können sie jedoch relevant werden.
Für die meisten Webentwicklerinnen und Webentwickler sowie Content-Erstellende spielt die Lizenzierung selten eine praktische Rolle. Unternehmen hingegen, die Video im benötigten Umfang produzieren, sollten die genauen Bedingungen prüfen, bevor sie sich für einen der beiden Formate als Grundlage ihres gesamten Workflows entscheiden.