Tipps und Tricks für Tierfotografien

Erfahre mehr über das Fotografieren von Haustieren und erhalte Tipps von Experten, damit du deine liebsten Vierbeiner perfekt in Szene setzen kannst.

Labrador sitzt auf einem braunen Sofa

Foto von Robyn Arouty

Einführung in die Tierfotografie

Haustierbesitzer lieben ihre flauschigen Freunde. Und diese Liebe sorgt für ein aufregendes und potenziell lukratives Geschäft im Bereich der Haustierfotografie. Ob ein Gruppenfoto der Familienmitglieder, zu denen auch die Katze gehört, oder ein Porträt eines geliebten Hundes – Haustierbesitzer legen Wert auf hochwertige Fotos ihrer Lieblinge, die über die Qualität einfacher Smartphone-Fotos hinausgehen. Die Porträtfotografie bietet jedoch zahlreiche Herausforderungen. So musst du deine Motive beispielsweise dazu bringen, still zu sitzen und in die Kamera zu blicken. Die Lösung hierfür lautet: Übung, Geduld und Kreativität – und natürlich schadet eine gewisse Tierliebe auch nicht. Mit diesen Fähigkeiten und ein paar Tipps von professionellen Haustierfotografen bist du auf dem besten Weg, schon bald hervorragende Haustieraufnahmen zu machen.

 

Erfolgreich mit Tieren arbeiten

Während viele Aspekte der Porträt-Fotografie – wie Beleuchtung, Hintergründe und einige grundlegende Kameraeinstellungen – auch für die Haustierfotografie gelten, besteht der größte Unterschied natürlich in den Motiven, die dabei fotografiert werden.

 

Sammle Erfahrung mit Tieren
„Wenn ich mit Trainern zusammenarbeite, müssen sie sich keine Sorgen darüber machen, dass ich die Tiere verschrecke“, erklärt Carli Davidson, Autorin der Hundefotografiebücher Shake und Shake Puppies, über ihre Arbeitserfahrung im Zoo. „Diese Erfahrung macht mich zu einer besseren Tierfotografin, weil ich weiß, wie ich meinen Modellen Anweisungen auf eine Weise geben kann, die viele nicht kennen.“ Nicht jeder angehende Tierfotograf hat die Möglichkeit, Arbeitserfahrung in einem Zoo zu sammeln. Aber auch zu Hause kannst du mit deinen eigenen Haustieren oder im Lieblingscafé üben, wenn du Tierbesitzer einfach nett bittest.

Kleiner Hund schüttelt sich schwungvoll

Fotos von Carli Davidson

Kleiner Hund schüttelt Wasser aus Fell

Lerne deine Motive kennen
Erforsche das Verhalten der Tiere und wie diese jeweils auf neue Umgebungen reagieren. Das hilft dir beim Shooting und du erkennst, dass deine Beobachtungsfähigkeiten in diesem Moment sehr wertvoll sind. Die professionelle Fotografin Robyn Arouty ergänzt ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Fotografie durch einfühlsame Beziehungen zu ihren Motiven. „Wenn die Hunde eintreffen und herumlaufen, um allen Gerüche wahrzunehmen, erkennt man daran bestimmte Charakterzüge“, erklärt Arouty. „Mögen sie Spielzeug? Mögen sie Leckerlis? Was motiviert sie?“

 

Sei beim Fotoshooting flexibel
Tiere reagieren auf Reize und Impulse, aber jede Katze und jeder Hund ist anders. Einige Tiere reagieren auf Dinge, die von anderen gar nicht wahrgenommen werden – und keines der Tiere wird jedes Mal gleich darauf reagieren. „Du kannst ein bestimmtes Geräusch nur ein- oder zweimal machen“, sagt Arouty. „Egal, ob du das Geräusch mit dem Mund, im Rachen oder mit einem quietschenden Spielzeug erzeugst: Beim dritten Mal wird es uninteressant.“ Davidson erläutert, wie Geräusche beim Umgang mit Tieren helfen: „Erlerne ungewöhnliche Geräusche und halte dich dabei nicht zurück – meistens reagiert das Tier nur auf wenige Geräusche.“ Es geht dabei darum, die Interaktion zu erleichtern und die Aufmerksamkeit des Tieres zu erlangen. „Ich rate Kunden, ihren Hunden nur die Hälfte ihres Frühstücks zu geben, bevor sie sie zu mir bringen“, sagt Davidson, „damit wir sie einfacher mit Leckerlis motivieren können.“

Hund fängt Leckerli mit dem Maul

Foto von Robyn Arouty

Schaffe eine entspannte Atmosphäre
Wie bei menschlichen Motiven gilt auch bei Tieren: Je entspannter sie sind, desto höher ist die Chance auf eine gelungene Aufnahme. Eine Porträtaufnahme eines Hundes kann beispielsweise einfacher zu erzielen sein, wenn „er bereits vorher mit dir in ein Auto gesprungen und dann aber nicht beim Tierarzt gelandet ist“, erklärt Davidson. „Katzen leben in unseren Häusern und sind nur dann im Auto, wenn sie jemand mit einer Nadel pieksen will. Sie sind also logischerweise viel misstrauischer. Dafür zu sorgen, dass Katzen sich bei einem Fotoshooting wohlfühlen, braucht eine Weile.“ Sei geduldig und gib deinem Motiv Zeit. Dir sollten durchaus einige gute Aufnahmen gelingen, aber überstürze nichts. Nicht alle Tiere kommen gut mit der Situation beim Shooting klar. Ganz wichtig ist es, dem Tier Stress zu ersparen, weil sowohl das Tier als auch die Besitzer davon nicht begeistert sein werden.

Kätzchen auf einem Sofa

Foto von Robyn Arouty

Weitere technische Tipps für Haustierfotos

Hier noch ein paar Tipps für Tiere als Motiv vor der Kamera:

 

Wähle eine kurze Verschlusszeit
„Hunde sind hektisch, sie bleiben immer in Bewegung“, erklärt Davidson. „Deshalb ist es wichtig, deine Ausrüstung wirklich gut zu kennen.“ Haustiere sitzen bei Porträtaufnahmen niemals so still da, wie ein Mensch. Die Fotografie mit Tieren hat daher eher etwas von einem Action-Shooting. Mit kürzeren Verschlusszeiten kannst du Bewegungen besser einfrieren und gelungene Aufnahmen erzielen, bevor sich das Tier kratzt, streckt oder weiterläuft.

 

Verstehe die Beleuchtung
Wie sich die Beleuchtung auf Porträts auswirkt und auf Aufnahmen jeder Art, ist etwas, mit dem sich jeder Fotograf befassen muss. Das Fotografieren von Tieren mit verschiedenen Fellfarben macht es jedoch noch komplizierter. Fell absorbiert Licht auf andere Weise als die menschliche Haut. „Das Fotografieren eines Hundes mit dunklem Fell bei schlechten Lichtverhältnissen kann ein echter Albtraum sein. Man muss ich also Gedanken um die Tageszeit, die Schatten und den Standort machen“, empfiehlt Davidson. Wenn du einen Stroboskopblitz anstelle von natürlichem Licht verwendest, musst du auch daran denken, wie dein Motiv reagieren könnte. „Wir hatten viele Hunde mit PTSD infolge von Hurrikan Harvey“, erklärt Arouty. „Lichtblitze jagen vielen Hunden Angst ein.“

Schwarzer Hund schaut in die Kamera

Foto von Robyn Arouty

Bearbeite deine Aufnahmen nach

Durch die Nachbearbeitung kannst du verschiedene Elemente des Fotos hervorheben – besonders bei Aufnahmen von Personen mit heller Haut neben Hunden mit dunklem Fell. Mit einem Verfahren, das dem Aufhellen von Zähnen in Fotos ähnelt, kannst du Anpassungsebenen erstellen. Damit lassen sich etwa die Augen eines Hundes im Kontrast zum schwarzen Fell aufhellen. Du kannst deine Fotos auch bearbeiten, um unerwünschte Elemente zu entfernen, wie beispielsweise Sabber oder Haare auf einem Stuhl. „Eine der wichtigsten Aufgaben, die wir mit Photoshop erledigen, ist das Entfernen von Leinen“, erklärt Arouty. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Hund an einer Stelle bleibt, und ihm vermitteln, dass dies nicht die Zeit zum Spielen ist. Aus diesem Grund verwenden wir eine Schlüpfleine und entfernen sie später mit Photoshop. Manchmal müssen wir auch die Hand meines Assistenten aus dem Foto entfernen, der ein Leckerli vor das Objektiv hält.“

 

Bei der Haustierfotografie gilt es, sich verschiedensten Bedingungen anzupassen. Vom Studieren des Tierverhaltens bis hin zum Bewältigen immer neuer Herausforderungen bezüglich der Beleuchtung – der Umgang mit Tieren als Motiv und das Meistern der Haustierfotografie erfordert Zeit. Mit Geduld und harter Arbeit kannst du aber schon bald hochwertige Tieraufnahmen erzielen. Versuche als nächstes Aufnahmen außerhalb des Studios zu machen. Wir haben ein paar Tipps zum Fotografieren von Tieren in freier Wildbahn und anderen Naturmotiven zusammengestellt.

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