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Fotografie

Jenseits der Realität: surrealistische Fotografie.

Erkunde die Welt der surrealen Fotografie und erfahre, wie du selbst Fotos mit surrealen Effekten aufnimmst – von traumähnlichen Porträts über provokative Alltagsinterpretationen bis hin zu lustigen Bildern.

Surreales Foto einer Rose mit einem Frauenkörper
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Die seltsamen und faszinierenden Werke der surrealistischen Fotografie.

Die surreale Fotografie bildet unbewusste Ideen, Träume und Emotionen ab. Beispiele für surreale Fotos finden sich bei der Arbeit zeitgenössischer Fotografinnen und Fotografen wie Brooke Shaden und Kyle Thompson. Sie erstellen traumähnliche Bilder und führen mit modernen Methoden die Tradition des Surrealismus fort. Erfahre mehr darüber, wie du selbst surreale Fotos erstellen kannst, und lerne diese faszinierende Welt kennen, die die Grenzen der Vernunft und der Realität sprengt.

Surrealismus – was ist das?

Der Surrealismus ist eine Kunstbewegung, die in den frühen 1920er Jahren entstand. 1924 veröffentlichte André Breton das Manifest des Surrealismus, in dem er die Bewegung als „psychischer Automatismus in seinem reinen Zustand … ohne jede Kontrolle durch die Vernunft, frei von ästhetischen oder moralischen Überlegungen“ definierte. Der Surrealismus umfasste Theater, Literatur, Lyrik und Malerei – mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie René Magritte und Salvador Dali.

Surrealistisches Foto der Äste eines Baumes, die wie Adern in einer darübergelegten Hand aussehen
Surrealistisches Foto einer Rauchwolke vor dem Gesicht einer Person
Die Fotografie war von Anfang an Teil des Surrealismus. Persönlichkeiten wie Hans Bellmer und Man Ray schufen surrealistische Fotografien. Später hielt Philippe Halsman mit Dali Atomicus einen Surrealisten fotografisch in Aktion fest. Doch die Fotografie beschränkte sich schon früh nicht auf reine Dokumentation. „Bereits in den Anfängen der Fotografie“, sagt Fotografin Tina Tryforos, „begannen Fotografinnen und Fotografen, ihre Werkzeuge auf eine Weise einzusetzen, die nicht zwingend abbildhaft war." Der Surrealismus bot der nicht-abbildhaften Fotografie eine Bewegung, in der sie aufblühen konnte.

Elemente surrealer Bilder.

Surrealismus ist etwas anderes als Abstraktion. Beide Stile sind von der klassischen gegenständlichen Kunst abgewichen, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze. Bei der Abstraktion werden mithilfe von Farben, Formen, Texturen und anderen Elementen Emotionen oder Ideen ausgelöst. Surreale Bilder sind erkennbar, aber häufig auf ungewöhnliche Weise präsentiert. Ein anregendes Bild von Würfeln? Abstrakt. Ein Gebäude, das komplett aus menschlichen Händen besteht? Surreal. „Der Surrealismus wurzelt immer in irgendeiner Weise in der Realität“, sagt Tryforos. „Auch wenn es nicht realistisch ist, muss es glaubwürdig sein.“

Person öffnet einen Aktenschrank, der wie die Person auf einem Gewässer treibt

„Surrealistische Bilder wirken oft traumhaft und sprechen das Unbewusste der Menschen an“, sagt Tryforos. „Sie setzen sich häufig aus verschiedenen Elementen zusammen, die auf unerwartete Weise kombiniert werden." Surrealistische Bilder enthalten fast immer erkennbare Elemente aus dem Alltag – menschliche Figuren, Uhren, Äpfel –, die auf befremdliche Weise angeordnet sind. Die Uhren könnten schmelzen, wie in Dalis Persistence of Memory, oder ein Apfel könnte direkt vor dem Gesicht eines Mannes schweben, wie in Magrittes The Son of Man.

Der Surrealismus verwandelt die reale Welt in eine Traumwelt. „Dinge ergeben nicht immer logisch Sinn“, sagt Tryforos. „Manchmal können sie beunruhigend, verstörend oder unheimlich sein – aber auch verspielt und komisch." Surrealistische Bilder mögen eine gewisse innere Logik besitzen, doch wie abstrakte Bilder geht es ihnen vor allem um Ausdruckskraft – darum, in dir etwas zu berühren, das sich vielleicht nicht in Worte fassen lässt.

Richtlinien für Surrealisten.

Surrealistinnen und Surrealisten der ersten Generation, wie Dalí oder Breton, hätten sich sicher gegen die Idee gesperrt, für den Surrealismus Regeln aufzustellen. Aber wie in jedem Genre gibt es auch im Surrealismus Konventionen, Richtlinien und Aspekte, die du berücksichtigen musst, wenn du gelungene Bilder erstellen möchtest.

Gigantische Felsblöcke, die über einer Landschaft schweben

Du brauchst ein Ziel, ein Mittel und Ausdruckskraft, um ein verwirrendes oder ungewöhnliches Bild zu erstellen. „Ich erstelle gerne Sachen, die unmöglich erscheinen, aber tatsächlich möglich sind, weil du siehst, dass ich sie mache“, sagt der Fotograf und Designer John Spannos. „Letztendlich musst du deine Aufnahmen detailliert planen und genau wissen, welche Komponenten du benötigst, um das Endergebnis zu erzielen.“

Das gilt auch für die Formen der surrealistischen Kunst, die die Zufälligkeit integrieren. Verfahren wie das automatische Schreiben oder die Fotomontage – mit hastig ausgewählten Bildern – sind die Grundpfeiler des Surrealismus. Aber auch sie haben eine menschliche Komponente, denn sie zielen oft darauf ab, das Unterbewusstsein abzubilden. „Ich bediene mich bei meiner Vorgehensweise des Zufalls, kontrolliere ihn aber gleichzeitig“, sagt Tryforos.

„Du kannst gegen die Regeln verstoßen“, sagt Spannos, „aber du musst dabei eine Strategie verfolgen. Das darf nicht zufällig passieren. Verstoße mit Absicht gegen die Regeln.“

Der Surrealismus umfasst seit jeher ein höheres Maß an Bildbearbeitung als andere Genres. Fotomontagen und die Nebeneinanderstellung von dissonanten oder störenden Bildern sind typisch für den Surrealismus. Aber auch beim Erstellen fantasievoller Bilder muss das Ergebnis glaubwürdig, wenn nicht sogar realistisch sein. „Wenn man die Bearbeitung erkennen kann“, sagt Spannos, „hast du dir nicht genügend Zeit dafür gelassen. Lerne deine Software kennen. Mache dich mit Photoshop vertraut, und verwende all die Funktionen auch tatsächlich.“

Bearbeitungsfehler können die emotionale Wirkung eines surrealistischen Bildes erheblich schwächen. Ein kleiner Fauxpas reicht aus, damit sich das Publikum auf technische Mängel konzentriert – anstatt das Bild emotional auf sich wirken zu lassen. „Betrachtende merken, wenn etwas nicht stimmt, selbst wenn sie nicht benennen können, was es ist“, sagt Spannos. Achte beim Kombinieren oder Bearbeiten von Fotos auf Schatten, Lichtführung, Lichtfarbe und andere Details. Lichtquellen und Lichttemperatur sollten dort übereinstimmen, wo es erforderlich ist. Je präziser du technisch arbeitest, desto überzeugender wirkt die Seltsamkeit, die du erschaffst. Wer in der Surrealismus-Fotografie noch Erfahrung sammelt, kann auf Funktionen wie Generatives Füllen zurückgreifen, um physikalische Details wie Schattenwürfe präzise anzupassen.

Erste Schritte in der surrealen Fotografie.

Um dich in der surrealistischen Fotografie weiterzuentwickeln und zu verbessern, musst du deine Verrücktheit nutzen, dich damit wohlfühlen, dein Unbewusstes auszudrücken, und ein bisschen seltsam sein. Aber – und darin unterscheidet sich der Surrealismus nicht von den anderen Genres – ebenso wichtig sind Übung, Lernen und professionelle Erfahrung. „Du wirst nicht besser, wenn du denkst, dass du bereits alles perfekt machst“, sagt Spannos. „Du musst offen für Kritik sein.“

Foto von Vögeln, die über ein Gewässer fliegen, innerhalb eines Fotos von Vögeln, die über ein Gewässer fliegen

Andere surreale Fotografinnen und Fotografen um Feedback zu bitten, kann hilfreich sein. „Wenn es Fotografierende gibt, die du magst, sprich sie einfach an“, sagt Spannos.

Ebenso zahlt es sich aus, die surrealistische Tradition zu kennen – sie kann die eigene Arbeit inspirieren und bereichern. „Setze dich mit der Geschichte auseinander und begreife die Persönlichkeiten hinter dem Surrealismus“, so Tryforos, „egal ob sie vor einem Jahrhundert aktiv waren oder erst letzte Woche.“ Wenn du recherchierst, dich mit anderen aus der Szene vernetzt und am Ball bleibst, wirst du Teil dieser hundertjährigen Bewegung und erkundest mit deiner Kamera immer tiefere Schichten des Unbewussten.

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