Leitfaden zum Zeichnen mit Tusche

Das Tuschezeichnen ist eine klassische Kunst, die sowohl Sensibilität als auch Ausdrucksstärke vermitteln kann. Lerne mehr über die Besonderheiten dieser Kunstform und wie du sie in die digitale Welt überträgst.

Tintenbild eines Tannenwaldes im Nebel

Was macht das Tuschezeichnen so besonders?

Tuschezeichnungen unterscheiden sich von allen anderen Zeichen- und Malstilen durch ihre Permanenz. Für Bleistifte gibt es Radierer. Wasserfarben kann man übermalen. Aber sobald die Tusche auf das Papier des Skizzenblocks trifft, bleibt sie dort – ganz besonders nach dem Trocknen. Allerdings gilt dies nicht mehr, seit wir mühelos auf digitale Werkzeuge zurückgreifen können. Die Ära des digitalen Tuschezeichnens ist längst hier und sie ermöglicht es Künstlern, mit dieser Dauerhaftigkeit zu spielen, um diese Kunstform weiterzuentwickeln und kreative Grenzen auszuweiten.

 

Wahl von Material und Werkzeugen

Bevor du den Pinsel ins digitale Tuschfass eintauchst, musst du ein Verständnis für die Werkzeuge beim Tuschezeichnen entwickeln. „Tusche mit einem Pinsel zu nutzen ist etwas ganz anderes als mit einem Kugelschreiber, obwohl beide mit Tinte funktionieren. Die Kunstform ist äußerst vielseitig und man muss damit experimentieren“, meint der Künstler Jon MacNair. Mit Tuschstiften, Füllern und Pinseln steht eine Vielzahl an Möglichkeiten und verschiedenen ästhetischen Mitteln zur Verfügung.

 

Nun kannst du diese klassischen Werkzeuge auch in der digitalen Welt nutzen. Mit benutzerdefinierten Pinseln von Künstlern wie Kyle T. Webster kannst du Tuschzeichnungen schaffen und überarbeiten. Mit diesen digitalen Pinseln kannst du kleine Details perfekt herausarbeiten und große Bereiche hinsichtlich Farbverläufen und Kontrast einfach anpassen. Mit Adobe Fresco kannst du naturalistische Stiftlinien mit Vektorpinseln kombinieren. Weil Radierwerkzeuge ebenfalls zur Verfügung stehen, kannst du deine Tuschezeichnung mit einem hastigen Pinselstrich kaum mehr ruinieren.

 

Techniken beim Tuschezeichnen

„Die schnellste Art, mit dem Tuschstift richtig gut zu werden, ist Fehler zu akzeptieren und nicht jede Linie perfekt zeichnen zu wollen“, bemerkt die Künstlerin Violet Reed. Das beste Werkzeug beim Tuschezeichnen ist Übung. Nimm deinen ersten Entwurf nicht zu ernst, besonders, wenn du gerade den Umgang mit digitalen Zeichenwerkzeugen erlernst. Du kannst alles später überarbeiten. Übe kräftige, dunkle Konturen – ein klassisches ästhetisches Element beim Tuschezeichnen – und lasse das Schattieren nicht außer Acht.

Tintenflecken und -striche auf weißem Papier

Schraffieren als Stilmittel

Experimentiere bei deinen Tuschzeichnungen mit Schraffuren. Schattiere Zeichnungen mit parallelen oder senkrechten Linien oder experimentiere mit der Linienstärke und Dichte, um Schatten zu zeichnen. Diese Stile lassen sich auch mit Filtern und Pinseln in Adobe Photoshop erzeugen oder durch das Erstellen von Formen in Adobe Illustrator

 

Punktieren

Das Punktieren ist eine wirkungsvolle Technik, bei der mittels kleiner Punkte, Kringel oder Flecken Schattenbereiche erzeugt werden. Durch die vielen integrierten Spezialpinsel kannst du diese Technik leicht bei digitalen Zeichnungen anwenden. Wenn du deinen eigenen Punktierpinsel erstellst, befolge die Ratschläge in dieser Anleitung zur Erstellung benutzerdefinierter Spezialpinsel.

Weinflaschen und Gläser mit Tintenpunkten gemalt

Flecken als künstlerisches Element

Beim Zeichnen mit Tusche auf Papier sind Tuschflecken unvermeidbar. Erstelle einige solche Flecken und verwandle sie anschließend in digitale Pinselstriche. Auf Papier sind Flecken und Verschmierungen unvermeidbar. Wenn du sie aber in einer digitalen Datei nutzt, kannst du mit natürlich aussehenden Linien und starken Kontrasten ein authentisch wirkendes klassisches Kunstwerk erstellen.

Tuscheflecken auf weißem Papier

Mit Lavieren experimentieren

Die Kombination aus Tusche und Wasser eignet sich perfekt für das Schattieren großer Flächen mit Verläufen und wird traditionell erzeugt, indem man Tusche mit Wasser mischt und sie mit dem Pinsel auf das Papier aufträgt. Nutze dieses ästhetische Element für die digitale Kunst und experimentiere mit verschiedenen digitalen Pinseln, um sanft gefärbte Flächen und erstaunliche Kontrastebenen zu erzielen, die an die klassischen Tusche-Wasser-Methoden erinnern.

Blaue Tintenschattierung auf weißem Papier

Tuschezeichnen in Aktion

Diese Arbeitsproben von Künstlern auf Behance können dir das Tuschezeichnen erleichtern.

 

  • Lerne, wie du natürliche Formen und harte Kontraste mit Lavieren erzielst.

 

Mit ihren lebhaften Linien und sanften Übergängen ist Tusche eine sehr vielseitige Kunstform. Und wie bei jeder anderen Kunstform gilt laut, Illustrator und Tuschkünstler Jung Hu Lee: „Sobald man Fehler machen darf und man seine Scheu vor der Tusche ablegt, erkennt man, wie viel Freude diese Arbeit macht und wie die eigenen Fehler am Ende wirklich gut aussehen können.“

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