Anleitung zum Erstellen eines Podcasts

Audio-Unterhaltung ist wieder da. Und sie wächst sogar, dank Podcasts. In dieser Mediengattung gibt es ein wachsendes Angebot an spannenden Inhalten. Erfahre mehr über den Einstieg ins Podcast-Hosting.

Podcast Mikrofon mit Computer im Hintergrund

So nimmst du deine eigenen Podcasts auf

Podcasting ist ein relativ neues Medium. Und ein wahrhaft gewaltiges. Es reicht von Radiosendungen von NPR und BBC bis zu unabhängigen Autoren, die Geschichten in Episodenform per Podcast erzählen. Podcasting umfasst Nachrichten, Komödien, Kriminalgeschichten und jedes andere erdenkliche Genre. Ironischerweise ist es auch ein Medium, das seinen Namensgeber überdauert hat: iPods sind heute eine Seltenheit, Podcasts sind dagegen allgegenwärtig.

 

Während digitale Talkshows bis in die 1990er Jahre zurückreichen und das Audio-Storytelling noch viel älter ist, setzte sich das Podcasting erst um das Jahr 2004 wirklich durch. Podcasting beruht auf einer simplen Technologie. Um einen eigenen Podcast zu starten, brauchst du nur ein Mikrofon und einen RSS-Feed (eine Art Internetfeed, der es Anwendungen wie Podcatchers ermöglicht, leicht auf Aktualisierungen deiner Website zuzugreifen). Mit dieser einfachen Technologie kann deine Sendung in allen großen Syndication-Netzwerken direkt neben beliebten Podcasts wie The Daily, Serial, TED Radio Hour oder Radiolab ausgestrahlt werden.

 

Podcasting ist leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern. Es ist eng geworden in der Podcast-Welt und es erfordert Mühe und ein hohes Maß an Professionalität, um sich gegenüber anderen Angeboten auf Apple Podcasts, Stitcher und anderen Netzwerken zu behaupten.

 

Die Grundlagen der Podcast-Formate

Für Podcasts braucht es einen Plan. Nur den Mund aufzumachen und loszulegen macht noch keinen guten Podcast. Für einen einsprachigen Podcast mit einem Erzähler brauchst du ein Skript. Für eine Gesprächsrunde ist es wichtig, dass jeder weitere Teilnehmer seine Rolle kennt.

 

Mach dir klar, worum es in deiner Sendung geht und sei dir deiner Stimme bewusst. Gute Podcasts kommen an, weil sie sich auf ein Thema konzentrieren und weil ihre Moderatoren es schaffen, eine einzigartige Stimme und Sichtweise zu vermitteln. „Um möglichst viele Zuhörer und Abonnenten zu bekommen, solltest du sehr auf die Stimme und Tonqualität achten. Und natürlich wissen, worüber du reden willst“, sagt Jamie Jeffers vom British History Podcast. Recherche, Vorbereitung und ein Skript werden dir gute Dienste leisten.

 

Die erste Episode eines Podcasts ist die entscheidende, wenn du dauerhaft ein Publikum haben willst. „Wenn du in den ersten Minuten der ersten Episode Mist baust, wechseln die Leute zu einer anderen Sendung, und dann kommen sie nicht mehr zurück“, sagt Jeffers. Podcatcher und Netzwerke wie Apple Podcasts werben oft für neue Sendungen mit hohen Downloadzahlen. Die ersten Episoden können also sehr wichtig sein. Übe die Aufnahme, bevor du sie tatsächlich veröffentlichst. Arbeite an deiner angestrebten Sprach- und Audioqualität und mache ein paar Übungsepisoden, auch wenn du sie nie veröffentlichst, bevor du tatsächlich etwas in SoundCloud oder Google Play einstellst.

 

Über die Audioqualität und den Inhalt hinaus sind es auffällige Coverbilder und knackige Zusammenfassungen von Episoden, so genannte Shownotes für die Plattformen, die deinen Hörern eine Vorstellung deiner Sendung vermitteln. Shownotes sind aber auch entscheidend für bessere Google-Suchergebnisse.

„Auffällige Coverbilder und umfassende Shownotes für die Podcastplattformen sind wichtig.“

Werkzeuge und Tipps der Podcasting-Branche

Mikrofone sind die wichtigsten Geräte für Podcasts. Es gibt keine Obergrenze für die Qualität und den Preis eines guten Mikrofons. Tausende Dollar für Mikro, Vorverstärker und Kabel sind keine Seltenheit. Aber für die meisten Podcast-Einsteiger wird ein USB-Mikrofon ausreichen. Man bekommt sie schon für unter 200 Dollar.

 

Wie man sitzt, steht und ins Mikrofon spricht, beeinflusst die Tonqualität. Halte immer einen gleichbleibenden Abstand zum Mikrofon. Die meisten Menschen bewegen natürlicherweise beim Sprechen auch den Kopf hin und her, aber wenn du in ein Mikrofon sprichst, musst du diesen Impuls unterdrücken. Bewege dich nicht, halte den Abstand ein und du ersparst dir viel Mühe bei der Nachbearbeitung.

„Für die meisten Podcast-Einsteiger wird ein USB-Mikrofon ausreichen. Man bekommt sie schon für unter 200 Dollar.“

Achte darauf, einen Poppfilter für dein Mikrofon zu verwenden. Ohne einen solchen Filter können harte Töne wie Plosive (B- oder P-Töne) oder Geschwisterklänge (S-Töne) im Ohr des Publikums unangenehm knallen oder zischen. Poppfilter mildern auch das unvermeidliche Geräusch beim Ausatmen.

Mikrofon mit PoP-Up Schutz vor Bildschirm

Außerdem brauchst du eine Bearbeitungssoftware wie eine Digital Audio Workstation (DAW), um deine Audio-Rohdaten in Episoden zu verwandeln. Für manche qualitativ hochwertigen Podcasts wird dieselbe komplexe Bearbeitungssoftware eingesetzt, wie bei der Musikproduktion. Podcaster kommen aber normalerweise mit einfacheren Programmen aus.

 

 Dein Podcast braucht natürlich eine Heimat. Dazu benötigst du eine Website, einen RSS-Feed und einen Hosting-Service für deine Audiodateien. In der Regel reicht eine einfache WordPress-Seite für deine Website aus, dasselbe gilt für einen RSS-Feed. Blubrry oder Libsyn bieten beispielsweise kostengünstiges Hosting für deine Podcastepisoden an. Es ist möglich, deine Episoden auf deiner eigenen Website zu speichern, aber das Herunterladen deiner Sendung durch wenige Zuhörer kann bereits zu starken Verzögerungen führen. Mit einem Hostingdienst umgehst du dieses Problem. Die meisten davon bieten benutzerdefinierte Plugins, so dass du lediglich einen Blogeintrag in WordPress mit einem Link zu deiner Episode auf deinem Hosting-Dienst mit dem richtigen Plugin erstellen und dann veröffentlichen musst.

 

Möchtest du deiner Aufnahme eventuell noch ein musikalisches Intro und Outro geben? Falls ja, achte auf die Urheberrechte. Du findest auf Audio-Portalen eine Menge kostenfreier Musikstücke, die nur darauf warten, deine Titelmelodie zu werden.

Schallwellen auf Computer dargestellt

Tipps für die Nachbearbeitung von Podcasts

Wenn man etwas zu sagen hat, ist der Podcast-Inhalt entscheidend, aber die Produktion ist genauso wichtig wie das, was man sagt. „Daraus wurde mein Lebenswerk! Es war so viel umfangreicher, als ich gedacht hatte, besonders im Audiobereich“, sagt Jeffers.

 

Hintergrundgeräusche zu vermeiden ist für Podcaster eine Herausforderung. Unabhängig vom Genre musst du bei deiner Aufnahme mit Umgebungsgeräuschen umgehen. „Es spielt keine Rolle, was du aufnimmst oder wie du es aufnimmst – es gibt einfach Geräusche und irgendwie muss man sich damit befassen“, sagt Toningenieur Lo Boutillette. Echos, Verkehrslärm und sogar das Windrauschen im Hintergrund können Zuhörer ablenken, die sich auf den Inhalt konzentrieren wollen.

Bearbeitung von Schallwellen auf Computer

Vergewissere dich vor jeder Aufnahmesitzung, dass du ein paar Sekunden Raumklang bekommst, d.h. wie sich Stille in dem Raum anhört, in dem du dich befindest. Die meisten DAWs verfügen über Werkzeuge oder Plugins zur Reduktion von Hintergrundgeräuschen, aber sie benötigen den Raumklang als Bezugspunkt, um zu wissen, welcher Pegel von Hintergrundgeräuschen herausgefiltert werden muss. Außerdem solltest du dich darauf einstellen, einige umfangreiche Bearbeitungen vorzunehmen. Viele Podcaster nehmen weit mehr Audio auf, als für die Episode letztlich verwendet wird. Du wirst wahrscheinlich ähnlich viel Zeit mit Bearbeitungssoftware wie Adobe Audition verbringen wie am Mikrofon.

Bearbeitung von Tonaufnahmen Programm

Das Wichtigste ist deine Stimme, deine Geschichte und dein Inhalt. Für die Aufnahme deiner ersten Folge brauchst du nur wenige Einstellungen, also fange gleich mit dem Podcasting an.

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