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Was ist B-Roll und warum ist es wichtig?

Ob Nachrichtenbeitrag oder Kinofilm: Mit B-Roll-Filmmaterial hältst du dein Publikum bei der Stange.

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https://main--cc--adobecom.aem.live/cc-shared/assets/video/creativecloud/video/discover/media_152d49d37527992ead540b875f6d8df9cd40540da.mp4#_autoplay | B-Roll-Footage: Luftaufnahme einer City mit Wolkenkratzern
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Mit B-Roll noch wirkungsvoller Geschichten erzählen.

  • B-Roll ist Filmmaterial, das deine Haupt-Clips ergänzt.
  • Mit B-Roll kannst du z. B. eine Szene gestalten, fließende Übergänge schaffen oder deiner Story mehr Bedeutung verleihen.
  • Erstelle vor dem Dreh eine Shotlist, um sicherzustellen, dass du später das passende B-Roll-Footage für deine Story parat hast.

Was ist „B-Roll“?

Der Begriff B-Roll stammt aus den Anfängen der Filmgeschichte und bezieht sich auf die Technik, zusätzliches Filmmaterial (B-Roll) in das Hauptmaterial (A-Roll) einzubinden, um sichtbare Linien an der Schnittstelle zwischen zwei Clips verschwinden zu lassen. In der modernen Film- und Videoproduktion versteht man unter „B-Roll“ alle Clips, in denen es nicht um das Hauptgeschehen geht.

Dieses zusätzliche B-Roll-Filmmaterial umfasst sämtliche Aufnahmen, in denen die Hauptdarstellenden nicht miteinander interagieren oder in die Kamera sprechen. Dabei kann es sich um Stockmaterial, Archivmaterial oder Fotos handeln. Oft wird auch ein zweites Kamera-Team eingesetzt (Second Unit), das sich ausschließlich um die Aufnahme von B-Roll-Footage kümmert.

Obwohl digitale Tools das Zusammensetzen von Clips erleichtern, greifen Videoschaffende auch heute noch auf B-Roll zurück, um Szenen zu gestalten, fließende Übergänge zu schaffen und zum Beispiel Husten oder unerwünschte Bilder herauszuschneiden, ohne die gesamte Aufnahme wegwerfen zu müssen. „B-Roll mag nach B-Ware klingen, aber tatsächlich ist es das, was die Nuancen des visuellen Storytelling ausmacht“, erklärt Regisseur und Kameramann Hiroshi Hara.

B-Roll in Videos mit Handlung.

B-Roll ist in Spielfilmen und Videos mit erzählender Handlung unumgänglich, um ein Gefühl von Zeit und Raum zu vermitteln und der Story mehr Bedeutung zu verleihen. Zum typischen B-Roll-Material gehören Establishing Shots, die zu Beginn der Szene eine Straße oder die Fassade eines Gebäudes zeigen, sowie andere Aufnahmen abseits der Haupthandlung.

Wenn zwei Personen an einer Straßenecke stehen und die eine zur anderen sagt: „Das ist die Bank, die ich überfallen will“, könnte an dieser Stelle die Aufnahme des Bankgebäudes eingeblendet werden. Während die Bank zu sehen ist, bietet es sich an, die Antwort der anderen Person als Voiceover einzuspielen: „Das ist völlig unmöglich“. Diese Art von Schnitt bietet der Cutterin oder dem Cutter auch mehr Möglichkeiten beim Zusammenfügen der verschiedenen Takes einer Szene.

Wie Hara beschreibt, ist B-Roll das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Das A-Roll-Footage – das Hauptmaterial – ist der Kuchen an sich. „Ohne den Kuchen gibt es keine Garnitur. B-Roll ist im Grunde alles, was das Hauptmaterial und den Handlungsverlauf unterstützt“, so Hara. Filmschaffende nehmen B-Roll-Material oft erst nach dem Hauptdreh auf. Da für diese Aufnahmen weder Tontechnik noch Darstellende erforderlich sind, kann mit einem zweiten oder kleineren Team Zeit und Geld gespart werden.

B-Roll in Dokumentationen.

B-Roll ist ein unverzichtbares Element für Nachrichtenbeiträge und Dokumentarfilme. Formate, die viele Interview-Szenen enthalten, lassen sich durch relevantes und visuell interessantes B-Roll-Filmmaterial aufwerten.

„Ein Interview mit einer Person, die nur statisch vor der Kamera sitzt und spricht, kann ziemlich langweilig werden“, sagt Hara. „B-Roll kann dieses Storytelling-Erlebnis bereichern. Du kannst es verwenden, wenn du zwischen bestimmten Soundbites schneiden oder Zeit einsparen musst, ohne bei einem Jump Cut hängen zu bleiben.“ (Jump Cuts sind Schnitte, die in derselben Einstellung vor- oder zurückspringen und oft einen störenden und verwirrenden Effekt haben.)

Wie dreht man B-Roll?

Beachte die folgenden Tipps für deinen Videodreh, um möglichst viel nützliches Zusatzmaterial aufzunehmen. Der Aufwand macht sich in der Postproduktion bezahlt.

Erstelle eine Shotlist.

Genauso wie beim Hauptdreh sparst du dir bei der Aufnahme von B-Roll-Filmmaterial viel Zeit, Geld und Frustration, wenn du eine Shotlist (Aufnahmeliste) erstellst. Berücksichtige Tageszeit und Jahreszeit. Denke auch an das Equipment, das du benötigst. „Lege ganz genau fest, was du machen willst“, rät Hara. „Sobald du eine Liste erstellt hast, kannst du viel leichter absehen, welche Probleme oder Einschränkungen auf dich zukommen könnten.“

Wenn du ein Video mit erzählender Handlung drehst, gehe das Skript durch und überlege, welche Stellen für Eröffnungsszenen, Cutaways und Großaufnahmen geeignet sind. Wenn du einen Dokumentarfilm oder ein anderes Video mit viel Dialog drehst, halte fest, welche Bilder die Gespräche untermalen können. Berücksichtige auch, wie du das Motiv aufnehmen willst.

Erzähle eine Geschichte.

Deine Hauptfiguren sind nicht im Bild, aber dein Material kann trotzdem eine Geschichte erzählen. „Achte auf deine Beleuchtung, Komposition und dein Motiv“, empfiehlt Regisseur Mike Leonard. „Frage dich bei jeder Aufnahme, besonders bei B-Roll: ‚Erzählt dieses Bild eine Geschichte? Gibt es etwas im Hinter- oder Vordergrund, wo sich das Motiv befindet oder womit es interagiert, das aus einer schönen Aufnahme ein kraftvolles Bild machen kann?’“ Du könntest beispielsweise Schilder oder Wahrzeichen einbeziehen, die den Betrachtenden zeigen, wo die Handlung stattfindet.

Over-The-Shoulder-Aufnahme einer Person im Freien.
Verschwommenes Foto von gehenden Personen in einer Stadt.

Nimm dir Zeit.

Es wäre schade, wenn du alles für die perfekte Aufnahme vorbereitet hast, aber dann die Geduld verlierst, bevor du genügend Material aufgenommen hast. „Egal, ob es sich um eine statische Aufnahme handelt oder die Kamera bewegt wird: Zähle in Gedanken immer bis zehn“, so Leonard. Die Aufnahme muss lang genug sein, damit du sie beim Schneiden auf das Tempo und die Dauer des Dialogs abstimmen kannst. „Der häufigste Anfängerfehler ist es, eine schöne Aufnahme mit großartiger Komposition zu machen, die aber schlussendlich zu kurz ist“, sagt Leonard.

Experimentiere mit verschiedenen Aufnahmen.

B-Roll mag weniger spannend erscheinen als der Hauptdreh, eröffnet dir aber viel Freiraum zum Experimentieren. „Man wird gezwungen, kreativ zu werden. Nachdem du immer wieder dasselbe Motiv gefilmt hast, entdeckst du vielleicht einen interessanten Kamerawinkel, oder du wendest einen Zeitraffer-Effekt an. Eine andere Möglichkeit ist das Filmen aus einer einzigartigen Perspektive wie mit einer Drohne oder einer Point-of-View-Kamera“, erklärt Leonard.

Dein Filmmaterial optimal nutzen.

Sobald du das gesamte Rohmaterial hast, das du brauchst, übe dich darin, es in deine Hauptgeschichte einzuschneiden. Die Bearbeitungstools in Adobe {{premiere}} machen es einfach, dein A-Roll und B-Roll zu einer nahtlosen Geschichte zu verschmelzen. Wenn du einen Schnitt hast, der dir gefällt, probiere Color Grading für dein Material aus, um die richtigen Töne zu erzielen.

Wenn du Inspiration brauchst, schaue dir deine Lieblingsfilme noch einmal an und achte genau auf das B-Roll-Material. Wenn du Aufnahmen siehst, die dir gefallen, notiere sie dir und frage dich, was dir daran gefällt. Versuche, diese Erkenntnisse auf dein nächstes Projekt anzuwenden, und denke daran, dass alles Übung ist.


Mitwirkende

Hiroshi Hara, Mike Leonard


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