Lerne alles zu Lightpainting-Einstellungen und -Techniken in der Fotografie.

Mit den richtigen Kameraeinstellungen lassen sich mit bewegten Lichtquellen leuchtende, dynamische Lichtmalereien aufnehmen. Lerne die Grundlagen der Lichtmalerei, und erstelle mit Bewegung und langen Belichtungszeiten diese faszinierenden Bilder.

Lichtmalerei am Strand bei Nacht

Was ist Lightpainting?

Lightpainting bzw. Lichtmalerei ist eine fotografische Kunstform, bei der unter langen Belichtungszeiten mit einer Lichtquelle „gemalt“ wird.

Die Blende der Kamera wird geöffnet und offen gehalten, gleichzeitig wird die Lichtquelle bewegt. So entstehen Fotos, auf denen die Bewegung der Lichtquelle als leuchtende Spur in der Dunkelheit sichtbar ist. Lichtmaler Kris Foot beschreibt es als „Fotografieren mit äußerst langer Belichtungszeit“. „Du öffnest die Blende für einen längeren Zeitraum und arbeitest entweder mit vorhandenen oder auch eigenen Lichtern.“

Lichtmalerei kann mit vorhandenen Lichtquellen erfolgen, z. B. die Bahnen von Sternen und Planeten am Nachthimmel oder Autoscheinwerfer auf einer Straße. Aber auch mit eigenen Lichtquellen lassen sich beeindruckende Malereien gestalten: Taschenlampen, Schläuche mit LED-Beleuchtung oder auch Feuer – dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Worauf es am meisten ankommt, sind Präzision, Geduld und Kreativität.

 

Technische Aspekte der Lichtmalerei.

Lightpaintings sind Fotos mit sehr langen Belichtungszeiten. Für gute Ergebnisse muss man verstehen, wie eine Kamera funktioniert und wie Verschlusszeit, Blende und ISO – das sogenannte Belichtungsdreieck – eingestellt werden.

Standkameras vor orangenen Lichtmalereien
  • Die Verschlusszeit gibt an, wie lange die Blende der Kamera geöffnet bleibt. In der Regel wird beim Fotografieren mit wenig Licht eine längere Verschlusszeit gewählt, sodass mehr Licht in die Kamera einfallen kann. Lightpainting funktioniert nur mit äußerst langen Belichtungszeiten, die noch viel länger sind als in der klassischen Nachtfotografie. Manche Fotografen lassen die Blende über eine Stunde lang geöffnet – für eine einzige Aufnahme.

  • Die Blende kontrolliert, wie viel Licht in die Kamera eintritt. Die Größe der Blendenöffnung wird durch die Blenden- oder F-Zahl ausgedrückt. Für Lichtmalerei braucht es eine geringe Blendenöffnung, häufig mit einer Blendenzahl zwischen f/8 und f/10 (je geringer die Blendenöffnung, desto höher die F-Zahl).
Foto einer Frau, die ein Lightpainting mit zwei Lichtquellen erstellt
  • Früher wurde mit dem ISO-Wert die Filmempfindlichkeit gemessen. Heute zeigt er die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors an. Je höher der ISO-Wert, desto mehr Licht kann eine Kamera aufnehmen. Kurioserweise wird für Lichtmalerei ein relativ niedriger ISO-Wert zwischen 100 und 250 benötigt. Eine zu hohe Empfindlichkeit würde zu überbelichteten (ausgebrannten) Bildern führen.

Die Standardeinstellungen einer Kamera sind im Allgemeinen nicht auf die Anforderungen der Lichtmalerei ausgerichtet. Erfolgreiche Lichtmaler müssen sich mit dem manuellen Modus auskennen und kleinste Feinabstimmungen der Einstellungen vornehmen können. „Das Wichtigste: Du musst lernen, im manuellen Modus zu fotografieren“, so Lichtmaler Andrew Chin. „Wenn du das Belichtungsdreieck erst einmal drauf hast, verstehst du, wie sich die Einstellungen auf das Belichtung auswirken und wie jede einzelne Einstellung das Endergebnis beeinflusst.“

 

Lightpainting-Aufnahmen vorbereiten.

Zu einer perfekten Aufnahme gehört jedoch mehr als das Know-how über Kameraeinstellungen und Belichtungszeiten. Es braucht Planung, Übung und ein Auge für die vorhandenen Lichtbedingungen und den Einfluss der Umgebung auf das Foto.

 

Es ist durchaus möglich, Lichtmalerei in dunklen Innenräumen durchzuführen. Die meisten Lightpainter bevorzugen jedoch, ihre Lichtbilder in der Natur oder vor einer Außenkulisse zu inszenieren. Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung. „Die Tageszeit spielt beim Lightpainting eine große Rolle“, weiß Andrew Chin. „Die blaue Stunde eignet sich gut für den Einstieg. Um diese Zeit fängt es an, ausreichend dunkel für das Malen mit Licht zu sein.“

 

Als blaue Stunde bezeichnet man den Zeitpunkt kurz nach Sonnenuntergang, wenn es noch etwas Sonnenlicht gibt und der Himmel sich in Blau- oder Lilatönen färbt. Fotografen sind große Fans dieser kurzen Zeitspanne, in der schon die Stimmung für Nacht-Fotografie herrscht, gleichzeitig aber noch etwas natürliches Licht vorhanden ist, sodass noch Details der Szene erkennbar sind. Daher ist die blaue Stunde perfekt für Lichtmalerei, sofern du das Umgebungslicht ständig im Blick behältst.

Ein Fotograf richtet seine Kamera auf den Sternenhimmel

„Bei der normalen Fotografie ist das Licht während der Aufnahme größtenteils konstant. Während der blauen Stunde aber ändert es sich alle 5 bis 10 Minuten“, berichtet Andrew Chin. Bereite die Aufnahme sehr sorgfältig vor. Entwickele ein Gefühl dafür, wie lang das letzte Sonnenlicht noch bleibt. Plane die Aufnahme zeitlich so, dass das Umgebungslicht in etwa konstant bleibt, während deine Blende geöffnet ist.

 

Du kannst auch warten, bis das letzte Sonnenlicht vom Himmel verschwunden ist. Im Dunkeln zu fotografieren, bedeutet zunächst einmal, dass du dem Licht weniger Aufmerksamkeit schenken musst. Die blaue Stunde allerdings bietet aufgrund des restlichen Tageslichts die Chance, neben deiner Lichtmalerei noch Elemente aus der Umgebung in das Foto aufzunehmen.

 

Tools für Lichtmalerei.

Für Lichtmalerei brauchen Fotografen nicht nur Tools für Fotobearbeitung, sondern noch einiges mehr: Jeder Maler benötigt Pinsel und Leinwand. Lichtmaler benötigen eine Ausrüstung, die die Kamera fixiert, und Lichtquellen zur Erzeugung der leuchtenden Linien.

 

  • Stative sorgen für Stabilität.
    Wichtigster Begleiter eines Lichtmalers ist ein stabiles Stativ. Die Kamera muss für lange Zeitspannen stabil stehen und konstant ausgerichtet sein, selbst auf unebenen Böden oder bei starkem Wind. Achte darauf, deine Kamera so stabil wie möglich aufzustellen.        

      

  • Fernauslöser = Hände frei für Lichtmalerei.
    Ein Fernauslöser ist sehr nützlich für alle Lichtmaler, die vor der Kamera ihr Licht selbst in Szene setzen. So braucht der Lichtmaler nicht ständig hinter die Kamera zu eilen, um am Ende noch als verwischter Schatten auf der Aufnahme zu landen, und kann sich voll auf das Malen konzentrieren.

 

  • Lichtquellen.
    Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt Produkte, die als spezielle Lichtmalerei-Pinsel verkauft werden. Im Prinzip eignen sich jedoch alle Lichtquellen, die bewegt werden können. Schon kleine Taschenlampen mit Schnur eignen sich perfekt. Taschenlampenlicht muss meistens abgeblendet werden, z. B. mit einem Stück Pergamentpapier oder einem aufgeschnittenen Tischtennisball. Je nach Intensität des Leuchtmittels ergibt das oft genau die richtige Lichtstärke. Auch Leuchtstäbe sind preisgünstig zu haben und sehr gut für Lichtmalerei geeignet. Experimentiere mit unterschiedlichen Lichtquellen und finde heraus, mit welcher du das gewünschte Ergebnis erzielst. Sorge für Abwechslung, indem du immer mal wieder andere Lichtquellen ausprobierst.
Eine Frau steht vor einem gelben Lightpainting

Erfahrene Lichtmaler arbeiten auch gern mit Flammen oder Feuer. Besonders dramatische Fotos gelingen mit rotierender, brennender Stahlwolle. Aber Vorsicht! Lichtmalerei mit Feuer oder Flammen ist gefährlich. Beachte dabei alle Gesetze und Bestimmungen deiner Region.

 

  • Mit Drohnen in der Luft malen.
    Bei Lichtmalerei wird oft die Dunkelheit als Hintergrund genutzt. Und was könnte effektvoller sein als ein dunkler Himmel? Mit Drohnen, ausgerüstet mit Lichtquellen, kannst du Sternschnuppen simulieren, neben der Milchstraße eine imaginäre Galaxie erschaffen oder Botschaften in den Himmel schreiben.

  • Improvisierte Lichtquellen.
    Lichtmaler sind Künstler, die überall Inspiration finden. Auch bei der Auswahl ihrer Hilfsmittel sind sie sehr kreativ. „Es reicht schon eine leere Flasche mit einer Leuchte darin, die du herumschwenkst“, erzählt Kris Foot. „Hilfsmittel finden sich überall.“ Alles, was Licht erzeugt, bündelt, bricht, reflektiert oder auf andere Weise damit spielt, eignet sich potenziell für Lichtmalerei. Auch in deiner Umgebung finden sich sicher Objekte, mit denen du aus Licht etwas Besonderes erschaffen kannst. Verleihe dem Licht deine ganz persönliche Note.

 

Bringe deine Ideen mit Licht zum Ausdruck.

Die wichtigste Technik bei Lichtmalerei ist auf jeden Fall der eigene kreative Ausdruck. Es ist egal, ob du schwebende Lichtkugeln fotografierst oder Figuren mit Lichtstrahlen skizzierst. Oder du sprayst – ganz Street Art – Graffiti aus Licht. Oder umrahmst Modefotos mit gleißenden Kränzen aus Licht. Finde heraus, welche Fototechnik und Lichtquelle zu dir passt, und fotografiere, was immer dich inspiriert.

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