Erwecke mit Concept Art Ideen zum Leben.

Concept Artists spielen eine wichtige Rolle bei visuellen Storytelling-Projekten wie Filmen oder Video-Games. Erfahre, wie sie ihre Ideen für Charaktere, Fahrzeuge, Kulissen und andere Story-Elemente zum Ausdruck bringen.

Concept Art: Eine Person montiert einen Roboterkopf.

Bild von Karla Ortiz und Iain McCaig. © 2020 Karla Ortiz und Iain McCaig. All Rights Reserved.

Wenn Ideen Wirklichkeit werden.

In der Entertainment-Branche ist Concept Art ein wichtiger erster Schritt bei der Umsetzung einer Story. „Alles, was man in einem Film sieht – vor allem in Fantasy- und Science-Fiction-Filmen –, stammt ursprünglich von Concept Artists“, weiß Illustratorin und Concept Artist Karla Ortiz. Der Begriff „Concept Art“ umfasst digitale und handgefertigte Illustrationen, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen und Modelle. Bevor ein Konzept in Produktion geht, werden zwischen Artist und Art Director zahlreiche Iterationen ausgetauscht und abgestimmt.

„Für Regisseure und Game-Entwickler ist Concept Art wie eine Kristallkugel, durch die sie in die Zukunft blicken können. Sie erhalten eine Idee, wie ihr Projekt aussehen könnte, bevor die richtige Produktionsarbeit beginnt. Quasi eine Kombination aus visuellem Storytelling, Design und Detektivarbeit“, erklärt der erfahrene Concept Artist Iain McCaig. Concept Artists helfen Regisseuren und Game-Entwicklern, ihre Ideen zu visualisieren – vor, während oder nach Erstellung des Skripts oder Designs.

 

Wo Concept Art zum Einsatz kommt.

Bei kleineren Produktionen sind in der Regel ein bis zwei Concept Artists beteiligt. Große Produktionen arbeiten häufig mit ganzen Teams von Concept Artists, deren Mitglieder auf unterschiedliche Gebiete spezialisiert sind.

Umgebungen.

Die Handlung von Science-Fiction-Filmen oder Fantasy-Games findet häufig in fiktiven Welten statt. Ob real oder imaginar, ob vom abgelegenen Eisplaneten Hoth in Star Wars bis zum High-Tech-Königreich Wakanda in Black Panther – mithilfe von Concept Art entwickeln Storyteller den Look ihres Handlungsorts. Die Gestaltung neuer Welten für eine Story ist eine Kunst für sich. Außer einer künstlerischen Ader braucht man dazu Kenntnisse in Naturkunde, Geologie, Soziologie und anderen Wissensgebieten.

Concept Art: Eine Frau in einem weißem Kleid steht im Wald neben einem weißen Rentier.
Concept Art: Sitzende Frau in einem weißen Gewand.

Bild von Karla Ortiz. © 2020 Karla Ortiz. All Rights Reserved.

Charaktere und Kostüme.

Storys brauchen Helden, Schurken und jede Menge Nebendarsteller. Das bedeutet viele Kostüme. Charakter-Designer stimmen Aussehen und Kleidung einer Figur auf deren Persönlichkeit und Rolle in der Story ab. Das können Götter sein, Monster oder auch menschliche Wesen. Concept Artists brauchen künstlerisches Geschick und eine gute Beobachtungsgabe. Sorgfältige Recherche und eine Affinität zum Schauspielen helfen zusätzlich dabei, fiktive Figuren zum Leben zu erwecken.

Präzision und Liebe zum Detail sind hier äußerst wichtig. „Bei Kostümen muss klar erkennbar sein, was sie vermitteln sollen. Wenn du beispielsweise eine Rüstung entwirfst, darf sie nicht so aussehen, als wäre sie rein aus Leder oder High-Tech-Komponenten“, sagt Ortiz.

 

Requisiten und Technik.

Egal ob ein abgegriffenes altes Buch oder eine futuristische Zeitmaschine: Jeder Gegenstand erzählt eine Geschichte. Requisiten- und technische Designer kümmern sich um den richtigen Look. Berühmte Beispiele sind der sagenhafte Ring aus der Trilogie Der Herr der Ringe oder die Kitbash-Modelle in Mad Max: Fury Road. Gut durchdachte Requisiten- und technische Designs sind für ein harmonisches Gesamtbild in einem Spiel und Film von zentraler Bedeutung.

Concept Art: Ein Kind steht einer freundlichen, nashornähnlichen Kreatur gegenüber.

Bild von Iain McCaig. © 2020 Iain McCaig. All Rights Reserved.

Kreaturen.

„Alles ist möglich bei Motiven, für die ein Concept Artist herangezogen wird“, so McCaig. Kreaturen und Monster wie der riesige Kaiju in Pacific Rim oder der schreckenerregende Hybrid-Saurier Indominus Rex in Jurassic Park bilden eine ganz eigene Nische. Solche Kreaturen existieren in der realen Welt nicht. Designer müssen sie erst erfinden und dann glaubwürdig umsetzen. Beim Zeichnen von Monstern solltest du ihren Lebensraum berücksichtigen und reale Tiere als Vorbild heranziehen. Ein Beispiel: Dein Projekt sieht Kreaturen vor, die im Wasser leben. Hier musst du z. B. entscheiden, ob sie wie Säugetiere atmen oder Kiemen wie ein Fisch haben. Durch solche kleinen Ähnlichkeiten mit unserer Welt entstehen glaubhafte, realistische Kreaturen – auch wenn sie zu 100 % erfunden sind.

 

Wie Concept Art entsteht.

Herzstück jedes Films und jedes Spiels ist die Story. Concept Artists arbeiten anhand eines Skripts, eines Plans oder nach mündlichen Absprachen. Ihre Aufgabe ist es, Regisseuren oder Entwicklern den möglichen Look-and-Feel einer Story aufzuzeigen, bevor sie enorme Geldsummen in ein Projekt investieren. „Wir tragen dazu bei, dass Geld nicht unnötig verschwendet wird. Und bieten eine Art Blaupause für Aussehen und Stimmung des Projekts“, erklärt Ortiz.

 

Zu Beginn eines Projekts findet in der Regel ein Briefing statt, an dem Concept Artist und Regisseur bzw. Art Director teilnehmen. Hier hat der Concept Artist die Gelegenheit, so viele Informationen wie möglich für sein Design zusammenzutragen. Man muss wie ein Detektiv eine Spürnase haben, die richtigen Fragen stellen und vielleicht noch ein bisschen was über Archäologie wissen.

Concept Art: Kind, Tiger und Panther im Dschungel.
Concept Art: Flöte spielender Mann, dem eine Horde Ratten folgt.

Bild von Iain McCaig. © 2020 Iain McCaig. All Rights Reserved.

Im nächsten Schritt gestalten Concept Artists verschiedene Iterationen von Design- und Story-Ansätzen. „Die Erfinder der Story entscheiden dann, welche Bilder am besten zu ihrer Vision passen. Dabei werden häufig Änderungswünsche geäußert. Man kann sich das vorstellen wie Schauspieler in der Probe: Sie zeigen dem Regisseur unterschiedliche Varianten ihrer Interpretation einer Szene“, erläutert McCaig.

Die Concept Artists arbeiten die gewünschten Änderungen ein und leiten das fertige Produkt an die nächste Abteilung weiter. Abhängig vom Design ist das z. B. die Kostümschneiderei, der Produktions-Designer oder das Animations-Team. Concept Art ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Ziel, eine Vision und eine Story zum Leben zu erwecken.

 

Tipps für dein erstes Concept-Art-Projekt.


Bereite dein Werkzeug-Set vor.

Je besser du dir deiner Skills und deiner Materialien bewusst bist, desto besser werden deine Arbeiten. Überlege, womit du am liebsten und am besten arbeitest, z. B. Bleistift und Papier, Adobe Photoshop oder die Mobile App Adobe Fresco für digitales Zeichnen und Malen auf dem Tablet. Bedenke bei deiner Wahl, dass du am Ende wahrscheinliche digitale Versionen deiner Designs erstellen musst. „Ich liefere fertige Arbeiten immer in einem digitalen Format. Auch Bleistiftzeichnungen werden gescannt“, so McCaig.

 

Übung macht den Meister

„Du musst dich gut mit Thema und Motiv auskennen. Nehmen wir Porträts als Beispiel. Bist du mit dem Thema Anatomie vertraut? Ist dir klar, wie Haut bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen wirkt? Falls nicht, musst du es herausfinden. Und wenn pures Wissen nicht ausreicht, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, hilft nur noch Üben“, weiß Ortiz. Stelle dir Zeichnen, Malen und Illustrieren wie einen Muskel vor: Man muss ihn trainieren, damit er stärker wird. Das Gleiche gilt für die Kunst.

 

Finde deinen persönlichen Stil.

„Um im Entertainment-Bereich Erfolg zu haben, brauchst du neben technischen Skills auch die Fähigkeit, der Welt zu zeigen, wer du bist und was dich auszeichnet.  Die persönliche Vision in seiner Arbeit zum Ausdruck zu bringen, ist das, was großartige Kunst ausmacht“, bestätigt McCaig. „Alles, was du brauchst, um zu deinem persönlichen Stil zu finden, ist ein Skizzenbuch. Darin zeichnest du jeden Tag etwas, das starke Gefühle in dir auslöst. Blättere nach einigen Monaten Seite für Seite durch das Skizzenbuch. Was du dort siehst, ist ein Abbild deiner Seele.“

 

Verfolge eigene Herzensprojekte.

Wenn du deinen Lebensunterhalt mit Malen und Designen verdienst, kann es passieren, dass du dich zwischendurch ausgebrannt und uninspiriert fühlst. Erhalte dir deine Leidenschaft für Kunst und Illustration, indem du auch persönliche Projekte verfolgst. „Ich erinnere Leute immer daran, wie wichtig persönliche Arbeiten sind. Ich schaffe mir regelmäßig Freiraum, um an neuen Gemälden zu arbeiten. Das können interessante unabhängige Aufträge sein oder auch Bilder nur für mich selbst“, so Ortiz.

Auf den ersten Blick mag Concept Art hoch komplex wirken. Aber wenn du kontinuierlich an deinen Skills arbeitest, wirst du bald in der Lage sein, deine Ideen für jeden großen und kleinen Bildschirm zu realisieren.

Mitwirkende.

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