Brennweite richtig einsetzen: Tipps für deine Fotomotive.

Jeder Fotograf ist so gut wie seine Ausstattung. Du kannst mit der richtigen Brennweite Kamera und dem Objektiv optimal einstellen, um das Beste aus deinen Motiven herauszuholen. Welche Voraussetzungen du beachten solltest und was es mit den Grundlagen der Brennweite auf sich hat, haben wir für Einsteiger und Fortgeschrittene in dieser Anleitung zusammengefasst. 
 

Weißer Hund sitzt im Schlamm
Was ist die Brennweite?


Die Brennweite gibt den Abstand zwischen Linse und Brennpunkt an und wird in Millimetern gemessen. Damit wird der Bildausschnitt eingegrenzt und der Rahmen des Motivs deiner Fotos festgelegt. Vor allem bei Spiegelreflexkameras ist es hilfreich, sich mit der Brennweite auszukennen, da du mit der manuellen Einstellung eine bessere Kontrolle über die Endergebnisse deiner Fotos hast.

 

„Optische Brennweite wird gewöhnlich in Millimetern angegeben und bestimmt, wie groß oder klein der Sichtwinkel des Fotos ist.“

Fotograf Derek Boyd

 

Als Faustregel gilt dabei: je kürzer die Brennweite, desto größer der Bildausschnitt. Motive im Breitbildformat, die weitläufige Landschaften oder Panoramen darstellen, sind mit einer Brennweite von 15 bis 20 Millimeter sehr gut aufzunehmen.
 

In diesem Bereich kommt der Weitwinkel zum Einsatz. Soll das Bild dem natürlichen Blick des menschlichen Auges gleichen, ist eine deutlich höhere Brennweite von 50 Millimetern oder mehr nötig. 

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Welche Brennweiten du wirklich benötigst.
 

Welche Brennweite du für dein Fotomotiv benötigst, hängt von der Wahl deines Fotomotivs ab. Am besten wählst du schon im Vorfeld, welche Art von Fotos du aufnehmen möchtest. Diese Vorbereitung kann dir dabei helfen, das passende Equipment zu wählen.

 

Porträtfotografie.
 

Du kannst mit der richtig gewählten Brennweite deine Portraits besonders ansprechend gestalten. Portraitfotografie gilt als klassische Kunst für Fotografen und du benötigst für sie ein Normalobjektiv. Die Brennweite für Portraits beträgt in der Regel 50 bis 135 Millimeter. Mit ihr erfasst du alle Details und kannst Lichtverhältnisse auf eine normale Entfernung verarbeiten. Eine fixe Brennweite ist in der Portraitfotografie wichtig, um den Bildausschnitt optimal zu wählen und Personen unverzerrt in Szene zu setzen. Aufgrund der feststehenden Brennweite für Portrait- oder Ganzkörperbilder lassen sich Personen natürlicher abbilden. Zudem ermöglicht sie dir in der Nachbearbeitung, Freisteller der Personen zu erstellen, etwa um den Hintergrund zu bearbeiten.

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Landschaftsfotografie.
 

Weite Flächen, spürbare Tiefe und ein umfangreicher Bildausschnitt definieren die Landschaftsfotografie. Bergpanoramen oder Skylines, die ein Gefühl der Weite erzeugen, benötigen ein Weitwinkelobjektiv mit geringer Brennweite. Details werden auf den Motiven nicht dargestellt, doch die räumliche Wirkung ist umso eindrucksvoller

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Produktfotografie.
 

Produkte und Details in Szene zu setzen, gelingt dir mit Makro- oder Normalobjektiven am besten. Während du ganzheitliche Abbildungen mit ca. 50 Millimetern Brennweite erzielen kannst, benötigen Details deutlich höhere Werte. Diese kannst du mit dem Makroobjektiv einfangen. Bis zu 80 Millimetern oder mehr finden in der Produktfotografie häufig Anwendung.

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite
Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Wie sich die Brennweite berechnen lässt.


Die Wahl des richtigen Objektivs ist keine Bauchentscheidung, sondern pure Mathematik. Mit der richtigen Formel kannst du berechnen, welche Einstellung für dein Motiv die richtige ist.

 

Warum muss die Brennweite berechnet werden?
 

Jedes Motiv benötigt eine entsprechende Brennweite, um es in seiner optimalen Größe abbilden zu können. Wird ein Gegenstand von Nahem fotografiert, geht seine volle Form verloren. Wird er aus zu großer Distanz fotografiert, verliert er sich im Bild. Es geht darum, dass mit der Brennweite die Sehverhältnisse des menschlichen Auges möglichst naturgemäß wiedergegeben werden. Dazu benötigst du individuelle Einstellungen, die du berechnen kannst. 

 

Wichtig: Der Zoom ist in diesem Fall nur eine Hilfestellung, der die korrekte Brennweite nicht ersetzen kann.

 

Je nach Kameramodell spielt der Sensor eine entscheidende Rolle. Kleinere Sensoren, welche die Normalbrennweite angeben, besitzen eine kürzere Diagonale und somit eine kleinere Standardbrennweite. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen ist die Berechnung der Brennweiten für professionelle Fotografen Pflicht. 

 

So kannst du die Brennweite berechnen.
 

Vereinfacht erklärt, musst du die Brennweite an die Gegenstandsweite und Bildweite anpassen. Als Formel wird dieses Verhältnis so dargestellt:

1/f = 1/b + 1/g

 

Da die Brennweite (f) in Millimetern angegeben wird, sollten die Gegenstandsweite (g) und die Bildweite (b) in gleicher Maßeinheit verwendet werden. In dieser Formel bezeichnet g den Abstand zwischen Motiv und Linse. b definiert den Abstand zwischen Linse und Kamerasensor. 

 

Für den Anfang hilft dir auch die folgende Übersicht dabei, unkompliziert die richtige Brennweite zu finden: 

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

So beeinflusst die Brennweite das Endergebnis.
 

Neben der Brennweite bestimmen auch andere Faktoren, wie das Endergebnis ausfällt. Vier der wichtigsten Einflussnehmer sind:

 

Perspektive.
 

Du solltest bei der Auswahl der Brennweite Winkel und Perspektive zum Motiv beachten. Wird das Motiv eher von unten oder oben fotografiert? Je nach Position erscheint das Motiv in einem Blickwinkel, wodurch auch Abstand und Nähe des Hauptmotivs definiert werden.

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Tiefenschärfe.


Welche Objekte sollen auf dem Bild scharf dargestellt werden? Soll nur der Vordergrund im Fokus sein oder auch der Hintergrund? Mit der Tiefenschärfe lassen sich bestimmte Aspekte auf dem Foto hervorheben und als Stilmittel einsetzen.

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Sichtfeld.


Ähnlich wie beim menschlichen Auge ist das Sichtfeld der Bereich, der bei einer geraden Haltung der Kamera erfasst wird. Das Sichtfeld bewegt sich innerhalb des Bildwinkels. 

 

Vignettierung.


Mit der Vignettierung kann der Fokus des Bildes präsenter in Szene gesetzt werden. Während das Zentrum des Motivs scharf ist, zieht sich nach außen eine deutliche Unschärfe, die in einer Abschattung des Bildrandes endet. Für den Betrachter wirkt es, als ob er durch eine Linse oder ein Fernrohr sehen würde. 

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite
„Wer professionell in die Fotografie einsteigen will, dem empfehle ich für den Anfang ein Objektiv mit Festbrennweite. Man wählt am besten eine Brennweite, die einem gefällt und mit der man gut klarkommt. Mit der sollte man dann eine Weile ausschließlich fotografieren“

Derek Boyd

 

Störfaktoren mit Photoshop beheben.
 

Oft sind Natürlichkeit und realistische Abbildungen in der Fotografie das Ziel. Du solltest trotzdem deine eigene Note in die Bilder bringen, nachdem du dich an die Grundlagen gewöhnt hast. Um Fotos individuell zu bearbeiten und Belichtung, Farben, Größen und Objekte anzupassen, kannst du Photoshop Lightroom nutzen. 

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

Ob du Korrekturen an deinen Landschaftsaufnahmen, Produktbildern oder Portraits vornehmen möchtest, ist dir überlassen. Jeder Fotograf kann mit Photoshop und Lightroom mehr aus seinen Motiven herausholen und störende Elemente aus seinem Werk entfernen.

 

Lichtstörungen oder Lichtflecke.


Störende Lichtflecke können durch Sonnenstrahlen oder blendendes Material entstehen und lassen sich im Nachgang mit Lightroom korrigieren. Obwohl sie als künstlerisches Element je nach Motiv einen Reiz setzen, sind sie in der klassischen Portrait- oder Produktfotografie meist fehl am Platz.

 

Farb- und Dynamikkorrektur.


Weißabgleich oder das Anpassen von Dynamik und Konturen kannst du in deinen Bildern vornehmen. Für Anfänger ist es besonders schwer, Vignetten direkt beim Shooting zu erzeugen. Hier hilft dir die Nachbearbeitung weiter: Wenn du eine Vorstellung davon hast, wie das Bild am Ende aussehen soll, konzentriere dich beim Fotografieren auf das Hauptmotiv. Individuelle Vignetten kannst du im Nachgang leicht hinzufügen.

 

Dynamikkorrektur


Der Horizont verläuft schief und der Grund dafür konnte beim Shooting nicht ausgeglichen werden? Du kannst mit einem Klick Fotos ausrichten und Perspektiven korrigieren. Schiefe Hintergründe erzeugen ein merkwürdiges Gefühl beim Betrachter und ziehen unbeabsichtigt Aufmerksamkeit auf sich. 

 

Formate ändern.


Fotos entfalten auf den größtmöglichen Formaten ihre gesamte Wirkung. Das Umwandeln in neue Bildformate ist mit Photoshop ganz einfach. Gib dazu deine gewünschten Maße ein und die Relation wird dir automatisch vorgegeben.

 

Der Unterschied zwischen Brennweite und Winkel.


Brennweite und Bildwinkel sind unzertrennbar miteinander verbunden. Während die Brennweite eine feste Größe ist, die durch den Kamerasensor vorgegeben wird, kann sich der Bildwinkel mit Ändern der Brennweite anpassen. Je nach Standort und Entfernung zum Objekt wird die Brennweite bestimmt. In diesem Moment ändert sich auch der Bildwinkel. Zoom- oder Objektivwechsel bewirken die Veränderung der Brennweite in beide Richtungen. Je größer die Brennweite wird, umso kleiner wird der Bildwinkel. 

Buntes Erklärungsfoto für Brennweite

 

Häufig gestellte Fragen.

 

Was ist die Brennweite bei einer Kamera?
 

Die Brennweite definiert den Abstand zwischen Linse und Brennpunkt. Sie wird in Millimetern gemessen und lässt sich separat an der Kamera einstellen. Auf diese Weise werden Bildausschnitt und Motivrahmen festgelegt.

 

Wie stelle ich die Brennweite ein?
 

Jedes Kameraobjektiv hat die Möglichkeit, die Brennweite manuell einzustellen. Durch das Verstellen des Rings wird die Brennweite auf das Motiv angepasst. Du kannst mit der richtigen Brennweite ein Portrait, eine Landschaft oder ein Objekt aufnehmen – nur solltest du bereits im Vorfeld wissen, welche Art der Fotografie du planst. Je nachdem, welche Entscheidung du triffst, wird die Brennweite gewählt.

 

Wie hilft mir Zoom bei der Brennweite?
 

Zoomobjektive geben viele Freiheiten beim schnellen Wechsel von Brennweiten. Der automatische Vorgang des „Heranholens“ passt dabei die Brennweite automatisch an. Mithilfe eines USB-Mikrofons oder eines Audiointerfaces kannst du in der Software selbst Ton aufzeichnen und diesen anschließend sogar live streamen, Gäste zuschalten oder Musik während deiner Sendung einspielen.

 

Was bedeutet 50 mm Brennweite?
 

Für die klassische Porträtfotografie kommen Normalobjektive zum Einsatz. Diese erfassen Motive mit einer Brennweite von 50 Millimetern bei einer mittleren Aufnahmeentfernung (ungefähr 1.5 - 4m).

 

Adobes Fotografie-Experte für die Brennweite.


Bei der Erstellung des Artikels hat uns der Fotograf und Adobe-Partner Derek Boyd unterstützt:
 

Derek Boyd wohnt in Portland, Oregon, wo er als Fotograf tätig ist. Er fotografiert fast alles, was ihm vor die Linse kommt – von Menschen über Tiere bis zu Landschaften.

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