Werde kreativ mit

diesen Fotoideen für Selbstporträts.

Finde mit diesen Ideen und Tipps für Selbstporträts heraus, wer du bist – und wer du sein könntest. 

Frau mit Kaugummiblase macht ein Selfie

Selbstporträts – vom Gemälde zum Selfie.

Selbstporträts erlauben einem Künstler, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue Ideen auszuprobieren. „Sie bieten viel Raum, alle möglichen Einfälle spielerisch auszuprobieren“, findet die Fotografin Blake Silva. Menschen waren schon immer von Eigendarstellungen fasziniert. Die alten Ägypter bildeten sich selbst in Gemälden und Skulpturen bei der Arbeit ab. Künstler in Asien und Europa malen schon mindestens seit dem Jahr 1300 Selbstporträts. Fotografische Selbstporträts sind so alt wie die Kamera selbst.

 

Sei dein eigenes Modell.

Mit kreativen Selbstporträts entwickelst du deinen Fotostil weiter und baust dein eigenes Portfolio auf. Für Selbstporträts brauchst du keine Assistenten oder Modelle, und du kannst dir so viel Zeit nehmen wie du brauchst, um dein Projekt vorzubereiten und das Foto aufzunehmen.

 

Du lernst, unter welchen Bedingungen du dich vor einer Kamera wohlfühlst. Davon wirst du bei deinen nächsten Shootings mit Modellen profitieren. „Portraitfotos sind eine sehr intime Art der Fotografie. Mit Selbstporträts übst du, dich selbst in eine entspannte Stimmung zu versetzen und welche Winkel am besten funktionieren. Darauf kannst du dann zurückgreifen, wenn du mit Modellen arbeitest“, findet die Fotografin Sarah Marcella.

 

Eigene Ideen für Selbstporträts entwickeln.

Einzige Bedingung: Du musst auf dem Foto zu sehen sein. Alles andere ist vollständig deiner Fantasie überlassen. Nutze Selbstporträts, um neue kreative Wege zu beschreiten. Inspiration findet sich überall. Und vor allem: keine Angst vor schlechten Bildern! „Das Ergebnis braucht nicht perfekt zu sein“, weiß Sarah Marcella. „Alles, was zählt, sind du und deine Kamera. Sonst ist ja niemand da, den du beeindrucken müsstest.“ 

Künstlerisches Selbstporträt einer Frau mit kurzen Haaren und Makeup
Selbstporträt einer Person mit Sonnenbrille durch Wassergläser fotografiert

Outfit und Make-up.

Allein mit Kleidung und etwas Make-up lässt sich ein Erscheinungsbild komplett verändern. Wie viel Wirkung sich damit erzielen lässt, zeigen die Arbeiten der Künstlerin Cindy Sherman. Aufwendig kostümiert und geschminkt schlüpft sie für ihre Selbstporträts immer wieder in neue Rollen. Setze dich als berühmte oder historische Persönlichkeit in Szene. Dafür brauchst du keine eigene Kostümsammlung. Durchforste einfach deinen Kleiderschrank nach brauchbaren Teilen und werde kreativ. Für ihr Selbstporträt als Queen Elizabeth wickelte Sarah Marcella eine buntgestreifte Schlaghose um ihren Rücken und schlüpfte mit den Armen in die Hosenbeine – fertig waren die weiten Ärmel.

 

Requisiten.

Neben dem richtigen Outfit und Make-up kannst du mit Requisiten arbeiten, um deinen Fotos eine bestimmte Aussage zu verleihen. Bei gleichem Gesichtsausdruck wird aus einem Mann mit einer Blume eine andere Person, wenn er einen Tacker in der Hand hält. Aber beide können interessant sein. „Sieh es als Challenge: Wähle ein Objekt in deinem Zimmer aus und mache ein paar Fotos damit. Mache es zum Thema.“

 

Filter.

Positioniere die Kamera hinter einem mit Wasser gefüllten Glas, sodass das gebrochene Licht deine Gesichtszüge verzerrt. Mit Vaseline und Zellophanfolie kannst du an den Bildrändern einen Weichzeichnereffekt erzeugen. Oder du färbst mit bunten Gels gleich das ganze Bild ein. Du kannst auch einen Doppelbelichtungseffekt erzeugen, indem du in einem bestimmten Winkel durch eine Fensterscheibe fotografierst. Platziere die Kamera so, dass auf dem Foto gleichzeitig du und deine Reflexion in der Fensterscheibe zu sehen sind. Wenn du zwischen der Lichtquelle und deinem Gesicht ein Prisma aufstellst, ergibt das einen Regenbogeneffekt.

Selbstporträt eines Mannes mit Hund vor rosa Hintergrund
Schwarz-Weiß Selbstporträt einer Frau mit geschlossenen Augen mit Schatteneffekt

Haustiere.

Foto-Shootings mit Haustieren können sich als schwierig erweisen. Andererseits gefallen Fotos mit Tieren fast jedem. Wenn du selbst ein Haustier hast, finde heraus, wie die Aufnahmen am besten gelingen, bevor Hund, Katze oder Vogel ungeduldig werden. Bei Fischen hast du allerdings alle Zeit der Welt.

 

Lichtquellen.

Mit gezielter Beleuchtung erzielst du Selbstporträts mit geheimnisvoller Aura und emotionaler Kraft. Experimentiere mit Lichterketten, Lampen oder Kerzen. Jede Lichtquelle wird deinem Foto einen eigenen Touch verleihen. Wenn du zusätzlich mit Rollos oder Vorhängen arbeitest, lassen sich Licht und Schatten eindrucksvoll inszenieren. Auch Außenaufnahmen mit natürlichem Licht bieten viele Möglichkeiten. In der Goldenen Stunde sorgen die schräg einfallenden Sonnenstrahlen für einen wärmeren Farbton.

 

Spiegel.

Der Klassiker unter den Selfie-Requisiten ist aufgrund seines großen künstlerischen Potenzials der Spiegel. Welche Geschichten lassen sich vor einem Spiegel erzählen, welche ästhetischen Möglichkeiten gibt es zu entdecken? Auch der Spiegel selbst lässt sich kreativ nutzen. Experimentiere mit Spiegelsplittern oder kleinen Spiegeln, die nur einen Teil des Bildrahmens einnehmen. Oder erkunde natürliche Spiegel wie Teiche oder Pfützen.

 

Tiefenschärfe.

Bei geringer Tiefenschärfe liegt der Fokus auf deinem Gesicht oder einem anderen Objekt, während alles dahinter unscharf dargestellt wird. Für solche Effekte benötigst du eine Linse mit niedrigem Blendenwert. Der Blendenwert drückt aus, wie weit die Blende deiner Kamera geöffnet ist. Ein niedriger Blendenwert steht für eine weite Öffnung und damit geringe Tiefenschärfe. Wenn du zusätzlich Licht von hinten einfließen lässt, entsteht bei geringer Tiefenschärfe ein weicher, unscharfer Hintergrund, der sog. Bokeh-Effekt. Die Tiefenschärfe bietet viel Raum zum Experimentieren, auch zum Experimentieren mit der Bildkomposition. Nebenbei vertiefst du deine technischen Kenntnisse.

 

Optionale Ausstattung.

Viele DSLR-Kameras verfügen über WLAN und lassen sich per App vom Smartphone oder Tablet aus auslösen. „Für den Selbstauslöser habe ich eine Verzögerung von zwei Sekunden eingestellt, damit ich Zeit habe, mich auf meine Position zu stellen. Das wiederhole ich etwa 50 Mal und verändere dabei regelmäßig Gesichtsausdruck oder Pose“, erzählt Sarah Marcella. Es eignen sich im Prinzip alle Kameras mit Selbstauslöser. Sogar mit der Kamera deines Smartphones können exzellente Selbstporträts gelingen. Der Künstler und Fotograf Robert Mapplethorpe zum Beispiel, berühmt für seine kunstvollen Selbstporträts, arbeitete jahrelang mit einer Sofortbildkamera von Polaroid.

 

Mit einem Stativ lässt sich die Kamera auf Augenhöhe positionieren, und du schaffst Abstand zwischen dir (als Modell) und der Linse. Wenn du die Schärfe manuell einstellst, kann ein zweites Stativ dir als Fokusobjekt dienen, während du die Aufnahme vorbereitest. Als Alternativen bieten sich z. B. Bücherregale oder Leitern an. Bei Außenaufnahmen empfiehlt es sich, nach Astgabeln oder Felsvorsprüngen in geeigneter Höhe Ausschau zu halten. 

 

Tipps für ausdrucksstarke Selbstporträts.

Am Anfang jedes erfolgreichen Selbstporträts stehen Geduld und ein gewisses Selbstbewusstsein. Verschwende keine Zeit, indem du dich mit anderen Fotografen oder Modellen vergleichst – investiere diese Zeit lieber in eigene Aufnahmen. Wenn du ganz auf dich allein gestellt bist, kann es eine Weile dauern, bis Kameraeinstellungen, Position und Ausdruck passen.

 

Erlaube dir kreative Blockaden und Zeiten völliger Ideenlosigkeit. Tatsächlich entwickelt man in solchen Phasen des Stillstands Strategien zu deren Überwindung. „Man muss akzeptieren, dass man nicht jeden Tag in Hochform sein kann. Das vergeht auch wieder. Arbeite einfach weiter. Nimm es an, wie es ist, und sei gut zu dir selbst“, rät Sarah Marcella.

 

Die Arbeit an Selbstporträts kann einsam sein, bist du doch Art Director, Fotograf, Modell und vielleicht auch Makeup-Artist und Kostüm-Designer in einer Person. Scheue dich daher nicht, bei anderen Rat zu suchen.

Selbstporträt einer älteren Frau, die am Strand Eis isst - bearbeitet in Adobe Photoshop Lightroom

Tipps zur Fotobearbeitung.

Optimiere deine Selbstporträts in Adobe Photoshop Lightroom. Experimentiere am Anfang mit den Lightroom-Vorgaben oder individuellen Änderungen an Lichtern, Schattendetails, Farbtönen und Sättigung. Überlege, ob das Foto in Schwarz-Weiß besser wirkt oder in kräftigen Farben. Mit dem Bereichsreparaturpinsel entfernst du Flecken oder unerwünschte Objekte.

 

Größere Transformationen deiner Fotos nimmst du am besten in Adobe Photoshop vor. Probiere zum Beispiel den Gesichtertausch aus, wenn dir ein Foto gefällt, aber der Gesichtsausdruck auf einem anderen Foto besser passt. Du kannst auch kreative Elemente, wie z. B. Weichzeichnereffekte, hinzufügen oder dein Selbstporträt mit anderen Bildern zu einer Fotokomposition kombinieren. Im Tutorial Selfie-Collagen erstellen lernst du einige witzige Ideen kennen.

 

Es braucht Geduld, Neugierde und eine Prise Entdeckergeist, um die altehrwürdige Kunst des Selbstporträts in Kreativprojekte der heutigen Zeit zu übertragen.

Mitwirkende.

Adobe Photoshop Lightroom besser nutzen.

Bearbeite deine Fotos schnell und einfach mit den Lightroom-Vorgaben. Mit der Cloud-basierten Foto-Speicherverwaltung kannst du von überall auf deine Projekte zugreifen.

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