OpenType® ist ein neues, plattformübergreifendes Format für Schriftdateien, das gemeinsam von Adobe und Microsoft entwickelt wurde. Adobe hat bereits alle Schriften in der Adobe Type Library in dieses Format konvertiert und bietet mittlerweile Tausende von OpenType-Schriften an.
Die zwei größten Vorteile des OpenType-Formats liegen in seiner plattformübergreifenden Kompatibilität (eine Schriftdatei funktioniert auf Macintosh- ebenso wie auf Windows-Computern) sowie seine Unterstützung stark erweiterter Zeichensätze und Layout-Funktionen, wodurch eine umfassendere Sprachunterstützung und erweiterte typografische Kontrolle ermöglicht werden.
Das OpenType-Format ist eine Erweiterung des TrueType-Formats SFNT, das auch Adobe® PostScript®-Schriftarten und neue typografische Funktionen unterstützen kann. OpenType-Schriftarten mit PostScript-Daten, wie beispielsweise Schriftarten in der Adobe Type Library, haben die Dateierweiterung „.otf“, während OpenType-Schriftarten auf der Grundlage von TrueType-Schriftarten die Erweiterung „.ttf“ haben.
OpenType-Schriftarten können einen erweiterten Schriftsatz und erweiterte Layout-Funktionen umfassen und ermöglichen somit bessere Sprachunterstützung sowie genauere typografische Kontrolle. Diese Schriften sind an dem Namenszusatz „Pro“ erkennbar, der auch im Schriftenmenü der Anwendung angezeigt wird. OpenType-Schriftarten können neben PostScript Type 1- und TrueType-Schriftarten installiert und verwendet werden.
Jede OpenType-Schriftart verwendet eine einzige Schriftdatei für alle Konturen-, Metrik- und Bitmap-Daten, wodurch die Dateiverwaltung vereinfacht wird. Außerdem kann dieselbe Schriftdatei für Macintosh- und Windows-Computer verwendet werden. So können Sie Ihre Schriftdateien für alle Dokumente, die Schrift enthalten, mit deutlich besserer Mobilität von Plattform zu Plattform verschieben.

Die Bitmap-, Konturen- und Metrik-Daten sind in einer einzigen, plattformübergreifenden Datei in einer OpenType-Schriftart zusammengefasst, wodurch die Schriftartenverwaltung deutlich vereinfacht wird.
Installationshinweis: OpenType-Schriften, die über Adobes Website bezogen werden, liegen im ZIP-Format vor und können unter Windows mit WinZip und unter Mac OS mit StuffIt Expander® entpackt werden.
Auf der Grundlage von Unicode, einer internationalen Multibyte-Zeichenverschlüsselung, die praktisch alle Sprachen der Welt umfasst, können OpenType-Schriften die mehrsprachige Typografie erleichtern, da sie die Zeichen mehrerer Sprachen in einer Schriftart zusammenfassen. Alle Adobe OpenType-Schriften umfassen die in der westlichen Welt verwendeten lateinischen Standardzeichen sowie einige internationale Zeichen, wie beispielsweise die Zeichen für Geschätzt, Liter und die Währung Euro. Bei den OpenType Pro-Schriften von Adobe kommt zudem eine volle Bandbreite akzentuierter Zeichen hinzu, die die Unterstützung mittel- und osteuropäischer Sprachen ermöglichen, wie z. B. Türkisch und Polnisch. Außerdem umfassen viele der Pro-Schriftarten kyrillische und griechische Zeichensatzerweiterungen.

Mit OpenType können Schriften-Designer eine bessere Sprachunterstützung bieten als mit bisherigen Schriftformaten.
Früher waren typische westliche (Western) PostScript-Schriftarten auf 256 Glyphen beschränkt, sodass Anwender zwei oder mehr verwandte Schriftarten installieren und verwalten mussten, um einen „Experten-Schriftsatz“ nutzen zu können. Durch OpenType werden die Schriftartenverwaltung und der Publishing-Workflow deutlich vereinfacht, da im gesamten Workflow alle für ein Dokument erforderlichen Glyphen in nur einer plattformübergreifenden Schriftdatei enthalten sind. OpenType-Schriftarten können mehr als 65.000 Glyphen enthalten, sodass eine einzige Schriftdatei viele Nicht-Standardglyphen enthalten kann, wie beispielsweise Mediäval-Ziffern, echte Kapitälchen, Brüche, Zierbuchstaben, hoch- und tiefgestellte Zeichen, Versalschrift, kontextabhängige und stilistische Alternativen sowie die volle Bandbreite der Ligaturen.
Früher enthielten manche Schriftbilder höchster Qualität unterschiedliche Designs für verschiedene Druckgrößen. Viele der OpenType-Schriftarten von Adobe umfassen vier optische Größenvarianten: Bildunterschrift (caption), normaler Text (regular), untergeordnete Überschrift (subhead) und Überschrift (display). Diese Schriftarten heißen „Opticals“ und wurden für die Verwendung in bestimmten Schriftgrößen optimiert. Die genauen Größen variieren je nach Familie, im Allgemeinen gelten jedoch folgende Größenbereiche: Bildunterschrift (6-8 Punkt), normaler Text (9-13 Punkt), untergeordnete Überschrift (14-24 Punkt) und Überschrift (25-72 Punkt).

Wegen der Einschränkungen der bisherigen Schriftartentechniken waren für die Unterstützung von Experten-Schriftsätzen und mehreren Sprachen separate Schriftdateien erforderlich. OpenType-Schriften bieten viel mehr typografische Möglichkeiten, da sie grundlegende Schriftsätze, Experten-Schriftsätze und eine große Anzahl zusätzlicher Glyphen in einer einzigen Datei vereinen.
Zentraler Punkt bei der Erörterung der OpenType-Funktionsunterstützung ist die Unterscheidung zwischen Zeichen und Glyphen. Zeichen sind die durch den Unicode-Standard zugewiesenen Code-Punkte, die für die kleinsten semantischen Einheiten der Sprache stehen, wie z. B. Buchstaben. Glyphen sind bestimmte Formen, die solche Zeichen annehmen können. Ein Zeichen kann mehreren Glyphen entsprechen. Ein kleines „a“, das Kapitälchen „a“ und der alternative Zierbuchstabe „a“ stellen alle dasselbe Zeichen dar, aber es sind drei verschiedene Glyphen. Eine Glyphe kann aber auch für mehrere Zeichen stehen, wie z. B. die Ligatur „ffi“, die einer Sequenz von drei Buchstaben entspricht, nämlich f, f und i.
OpenType-Layout-Funktionen können zum Positionieren oder Ersetzen von Glyphen verwendet werden. Für jedes Zeichen gibt es eine Standardglyphe und ein standardmäßiges Positionierungsverhalten. Durch die Anwendung von Layout-Funktionen auf ein oder mehrere Zeichen kann die Positionierung geändert oder eine andere Glyphe ersetzt werden. Wenn Sie beispielsweise die Kapitälchen-Funktion auf das „a“ anwenden, wird die Kleinbuchstaben-Glyphe „a“ durch die Kapitälchen-Glyphe ersetzt. Der Zugriff auf alternative Glyphen in einer OpenType-Schriftart erfolgt über die Benutzeroberfläche der jeweiligen Layout-Anwendung. Auf diesem Weg können die Anwender die Layout-Funktionen von OpenType für ihren Text nutzen. Anwendungen, die Unicode oder erweiterte OpenType-Layout-Funktionen nicht unterstützen, können dennoch auf die grundlegenden Glyphensätze der OpenType Pro-Schriftarten zugreifen, die den Glyphensätzen in den heutigen PostScript Type 1-Schriftarten entsprechen.

In einer OpenType-Schriftart kann der Kleinbuchstabe „a“ durch mehrere Glyphen dargestellt werden.
Die meisten Macintosh- und Windows-Anwendungen sind über ATM Light oder native Unterstützung seitens des Betriebssystems mit OpenType kompatibel. Adobe InDesign® und Adobe Photoshop® waren die ersten Adobe-Anwendungen, die erweiterte OpenType-Funktionen unterstützten (nähere Informationen zu den von den einzelnen Anwendungen unterstützten Funktionen finden Sie im OpenType-Benutzerhandbuch). Adobe plant, diese Unterstützung auch in weiteren Anwendungen zu implementieren. In InDesign und anderen OpenType-fähigen Anwendungen können Sie OpenType-Layout-Funktionen aktivieren, durch die alternative Glyphen in einer OpenType Pro-Schrift automatisch ersetzt werden. Auf viele dieser OpenType-Layout-Funktionen, wie z. B. automatische Ligaturen, Kapitälchen und Mediäval-Ziffern, kann über die Zeichenpalette in InDesign zugegriffen werden. Zusätzlich können alle alternativen Glyphen in OpenType-Schriften über die Palette „Zeichen einsetzen“ manuell ausgewählt werden.

Mit Adobe InDesign können Sie die Ligaturen und Mediäval-Ziffern einer OpenType-Schriftart automatisch in Ihr Dokument einsetzen, indem Sie einfach den entsprechenden Befehl aus dem Zeichenmenü auswählen.

Sie können in Adobe InDesign auch alle alternativen Glyphen einer OpenType-Schriftart über die Palette „Zeichen einsetzen“ auswählen und einfügen.